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Pakistan erhält nach Flutkatastrophe acht Milliarden Euro

Die historische Flut setzte ganze Landstriche monatelang unter Wasser
Die historische Flut setzte ganze Landstriche monatelang unter Wasser ©APA/AFP
Pakistan hat bei einer internationalen Geberkonferenz mehr Finanzhilfe zum Wiederaufbau des Landes nach der Flutkatastrophe erhalten als zunächst erbeten. Die Hilfszusagen beliefen sich auf insgesamt 8,57 Milliarden Dollar (7,99 Mrd. Euro), sagte die pakistanische Informationsministerin Marriyum Aurangzeb am Montag. Pakistan hatte die internationale Gemeinschaft um Finanzhilfe von acht Milliarden Dollar gebeten.

Dieser Betrag sei in den nächsten drei Jahren dringend erforderlich, hatte Ministerpräsident Shehbaz Sharif am Montag zum Auftakt einer internationalen Geberkonferenz in Genf gesagt, an der Vertreter aus rund 40 Ländern sowie private Geber und internationale Finanzinstitutionen teilnehmen. Sharif appellierte, eine "Koalition der Willigen" zu bilden. Insgesamt werden die Kosten für den Wiederaufbau inzwischen auf mehr als 16 Milliarden Dollar geschätzt. Bei den verheerenden Überschwemmungen im vergangenen Jahr kamen mindestens 1.700 Menschen ums Leben, Millionen Menschen sind betroffen, viele von ihnen verloren ihr Zuhause. Die Schäden werden auf 30 Milliarden Dollar beziffert.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres warb um massive Unterstützung für Pakistan. Das Land sei Opfer des Klimawandels geworden. Es seien zudem kreative Wege nötig, um Entwicklungsländern wie Pakistan, Zugang zu Schuldenerlass und Finanzierungsmöglichkeiten zu geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte in einer Videobotschaft Finanzhilfe von zehn Millionen Dollar zu.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen trifft in den betroffenen Gebieten nach eigenen Angaben alarmierend viele unterernährte Kinder und viele mit lebensbedrohlichen Malaria-Erkrankungen an. Nach Angaben der Welthungerhilfe haben erst neun Millionen der mehr als 30 Millionen Betroffenen Hilfe erhalten. Schon im Februar seien wieder Hitzewellen zu erwarten und viele befürchteten noch höhere Temperaturen als 2022.

Das Vertrauen der Gesellschaft in die politische Führung ist nicht groß. Ein beträchtlicher Teil des Staatshaushalts wird für das Militär ausgegeben, das über Atomwaffen verfügt. Kurz vor der Katastrophe kam 2022 ein Bündnis aus Politikern an die Macht, die sich früher immer wieder gegen Korruptionsvorwürfe wehren mussten.

Bei aller Kritik an der Regierungsführung ist aber klar: Pakistan hat zwar immer schon Unwetterkatastrophen erlebt, sie werden aber durch den Klimawandel verschärft. Und dazu hat Pakistan selbst praktisch nichts beigetragen. Es stößt weniger als ein Prozent der globalen klimaschädlichen Treibhausgase im Jahr aus. Ein Team um die deutsche Klimaforscherin Friederike Otto hat berechnet, dass der Klimawandel die maximale Regenmenge in den südlichen Provinzen über einen Fünf-Tage-Zeitraum um bis zu 50 Prozent erhöht hat.

(APA/Reuters/dpa)

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