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Paar nach brutalem Raub an Burgenländer vor Gericht

75-Jähriger brutal ausgeraubt: Prozess in Eisenstadt gestartet
75-Jähriger brutal ausgeraubt: Prozess in Eisenstadt gestartet ©APA/THEMENBILD
Eine 29-jährige Frau und ihr 33-jähriger Freund sind am Donnerstag in Eisenstadt vor Gericht gestanden, weil sie im Juli 2020 einen 75-jährigen Mann in seinem Haus in Unterfrauenhaid (Bezirk Oberpullendorf) brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt haben sollen. Die Frau hatte den Burgenländer über eine Singleplattform kennengelernt, auf der sie Geschlechtsverkehr für Geld anbot. Sie zeigte sich teilweise geständig, der 33-Jährige nicht.

Mit den beiden vor Gericht stand auch der ungarische Ex-Freund der 29-Jährigen, den sie nach der Tat beschuldigten. Er bestritt allerdings, mitgewirkt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft lieferten die Drei mehrere Versionen des Vorfalls, wobei vieles für jene des Ex-Freundes spreche. Ihm wurde das Vergehen der Unterlassung der Verhinderung einer Straftat vorgeworfen. Die beiden anderen waren wegen schweren Raubes und Diebstahls durch Einbruch angeklagt.

Der 75-jährige Burgenländer habe immer wieder Kontakt zu Frauen gehabt - so auch zu der 29-Jährigen, die am 4. Juli 2020 mit ihrem Freund zu ihm nach Hause gefahren sei und ihn besucht habe. An diesem Abend sei der Burgenländer blutüberströmt aus seinem Haus gekommen und habe um Hilfe gerufen. Er habe zu seinen Nachbarn gehen wollen, sei dabei gestürzt und liegen geblieben - in seinem Haus wurden Spuren von Gewaltanwendung gefunden, erläuterte die Staatsanwältin. Der Mann habe durch Faustschläge und Tritte mehrere Brüche und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Bis jetzt befinde er sich im Wachkoma. "Er ist nie wieder munter geworden und es ist keine Besserung in Sicht", sagte die Staatsanwältin.

Das Paar nahm die Geldbörse des Mannes mit der Bankomatkarte mit, dazu 350 Euro, vier Messer und zwei alte Handys. Schon bei einem Treffen zuvor soll die 29-Jährige ihm außerdem 180 Euro gestohlen haben. Den Hund sperrten sie ins Nebenzimmer. Danach schnitten sie das Kabel vom Computer ab und änderten das Profil der Frau auf der Singleplattform auf den Namen ihres Ex-Freundes. Erwischt worden seien sie, weil sie vor der Tat in Unterfrauenhaid herumgefahren seien und sich dabei so auffällig verhalten hätten, dass ein völlig Unbeteiligter ein Foto von ihnen gemacht habe, sagte die Staatsanwältin.

Die drei Angeklagten hätten immer wieder andere Erzählungen vorgebracht - "zusammengefasst: Alle sagen, ich war es nicht, die anderen waren es", betonte die Staatsanwältin. Die Frau zeigte sich vor Gericht teilweise geständig. Sie habe die 180 Euro gestohlen. Außerdem gab sie an, dass ein Raub bei dem 75-Jährigen geplant gewesen sei und sie auch aus diesem Grund Kontakt zu ihm aufgenommen habe. "Die Körperverletzung war nicht geplant. Wir wollten das Geld nehmen und gehen. Er war ein alter Mann, man hätte ihn nicht so zusammenschlagen müssen", sagte sie. Zugeschlagen hätten beide Männer, sie sei währenddessen in der Küche gewesen und habe sie mehrmals aufgefordert, damit aufzuhören. Sie gab außerdem an, von dem 33-Jährigen bedroht und geschlagen worden zu sein.

Dieser erzählte jedoch, dass nur der Ex-Freund der 29-Jährigen zugeschlagen habe - und das nicht weil ein Raub geplant gewesen sei, sondern weil er gesehen habe, dass die Frau mit dem 75-Jährigen Geschlechtsverkehr gehabt habe. Er sei davon ausgegangen, dass die 29-jährige sexuell missbraucht worden sei, so der 33-Jährige.

Der Ex-Freund wiederum beteuerte, nicht beteiligt gewesen zu sein. Er sei von der 29-Jährigen aufgrund der gemeinsamen Kinder aus Deutschland nach Österreich gelockt worden. Er sei auch nicht als Mittäter angeklagt, sondern weil er die beiden anderen nicht von der Tat abgehalten habe. Ein Urteil wird für Freitagnachmittag erwartet.

(APA)

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