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Osterwochenende wird laut Reich für Impfungen gut genützt

Keine Alternative im Angesicht der dritten Welle
Keine Alternative im Angesicht der dritten Welle ©APA (AFP)
In der Bundeshauptstadt Wien wird über Ostern weiter geimpft. Im Unterschied zu normalen Wochen ist am Ostermontag allerdings nur das Impfzentrum im Austria Center Vienna in Betrieb. Eine "Osterruhe" gibt es bei den Covid-19-Impfungen österreichweit nicht: Man sehe in den meisten Bundesländern eine Durchimpfung über die Feiertage, sagte Chief Medical Officer Katharina Reich am Dienstag im "Ö1-Mittagsjournal". Es gebe kaum Lagerbestand und auch keine Alternative.

"Wir sind in einer Situation, die epidemiologisch schwierig ist", sagte die hohe Beamtin des Gesundheitsministeriums unter Hinweis auf die dritte Welle, "und daher gibt es keinen anderen Anspruch als Impfen, also so rasch wie möglich die Lager zu leeren". Diese füllen sich im Laufe der Woche dann auch wieder mit 330.000 weiteren Impfdosen, rund 200.000 kommen von AstraZeneca, der Rest von Pfizer/Biontech. Ende April wird dann die erste Lieferung des Vakzins des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson erwartet, der gestern, Montag, bekannt gab, am 19. April mit seinen Impfstoff-Lieferungen an europäische Staaten zu beginnen.

Was bereits in Österreich ist, werde auch nicht nur in Wien laufend weiter verimpft, sagte Reich. Vorarlberg habe etwa kaum noch Lagerbestand. Ein Rundruf der APA-Bundesländerbüros ergab, dass es bei den Immunisierungen zu keiner völligen "Osterruhe" kommt. Das Aufkommen fällt jedoch regional mancherorts wie an allen Wochenenden geringer oder - wie im Burgenland und in Vorarlberg - ganz weg, weil die zur Verfügung stehenden Dosen bereits vorher verimpft werden sollen.

In Wien sind die anderen sieben städtischen sowie auch die drei Impfstellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) feiertagsbedingt dieses Mal am Montag zu. Das wirkt sich zumindest an diesem Tag auf die Zahl der durchgeführten Impfungen aus, aber "im Schnitt werden derzeit täglich in Wien ungefähr 7.000 bis 8.000 Stiche gesetzt", erklärte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf Nachfrage. Im Austria Center werden am kommenden Sonntag und am darauf folgenden Montag jeweils circa 3.000 Impfungen durchgeführt. "Das ist der üblich Schnitt, den wir wienweit am Sonntag haben. Das ist jetzt auch an diesen beiden Osterfeiertagen so." Wäre der Montag kein Feiertag, würde - mit Blick auf den täglichen Schnitt - wohl mehr geimpft werden.

Beim Austria Center handelt es sich um die größte Impfstelle der Stadt, die auch jeden Sonntag impft und die eine maximale Tageskapazität von 16.000 Stichen pro Tag erreichen könnte. Insgesamt könnten allein die acht städtischen Einrichtungen bei maximaler Auslastung 20.000 Impfungen pro Tag durchführen. Das wird derzeit bei Weitem nicht ausgenutzt, da es nicht genug Impfstoff gibt. Die Stadt hofft, dass sich das bald ändert. "Im April ist wesentlich mehr Impfstoff angekündigt", so der Sprecher des Stadtrats. Zu genauen Mengen könne aber noch nichts gesagt werden, hieß es.

In Niederösterreich sind viele Impfstellen über die Feiertage geöffnet. Von Gründonnerstag bis Ostermontag sind derzeit mehr als 15.000 Termine geplant, weitere werden ab Mittwoch freigeschaltet, teilten LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) mit. Die Termine wurden mit den rund 400 Impfstellen im Vorfeld vereinbart und in den vergangenen Wochen gebucht, über 9.000 davon sind für die Altersgruppe ab 72. Am Mittwoch werden weitere 80.000 Impftermine für Personen ab 65 Jahren zur Verfügung gestellt. Damit werden den Angaben zufolge knapp 400.000 Menschen in Niederösterreich entweder die Spritze gegen das Virus bekommen oder einen Termin dafür fixiert haben. Das entspreche einem Drittel der impfbaren Bevölkerung im Bundesland.

Im Burgenland wird über Ostern am Sonntag und am Montag nicht geimpft, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Rande einer Pressekonferenz. Das liege an den Impfkapazitäten, die man derzeit zur Verfügung habe. Alle vorhandenen Impfdosen würden bereits in den Tagen zuvor komplett verimpft.

Wie der Krisenstab des Landes Oberösterreich mitteilte, werden am Osterwochenende auf den Bezirksverwaltungsbehörden nur Zweitimpfungen durchgeführt. "Am Karfreitag werden 4.756 Zweitimpfungen durchgeführt, am Karsamstag 2.456 und am Ostersonntag 252."

Im Bundesland Salzburg läuft die Impfung nach Plan, erklärte ein Sprecher des Landes auf APA-Anfrage. Im Normalfall wird an Sonntag- und Feiertagen nicht geimpft, das gelte auch für den Ostersonntag und den Ostermontag. Allerdings besteht am Ostermontag die Möglichkeit, sich an den Teststationen auf das Coronavirus testen zu lassen, damit das Testangebot zu Ostern nicht eingeschränkt ist.

In der Steiermark waren in der Karwoche rund 12.500 Vakzine zu verimpfen, davon 2.600 bei Terminen in den 22 Impfstraßen und rund 10.000 bei niedergelassenen Ärzten, wie die Kommunikation Steiermark auf Anfrage mitteilte. Die Impfstraßen in der Steiermark sind diese Woche nur Dienstag und Mittwoch geöffnet, dann sind die rund 2.600 für dort vorgesehenen Dosen verimpft. Dass Hausärzte auch während des Osterwochenendes Dosen verimpfen würden, sei nicht auszuschließen, hieß es, diese nehmen ja auch die weitaus größere Anzahl an Immunisierungen wahr. Für die Woche nach Ostermontag ab Dienstag, 6. April stünden 18.400 Impfdosen zur Verfügung, dann werde auch wieder in den Impfstraßen immunisiert.

In Kärnten werden am Osterwochenende Impfungen an Angehörige der Hochrisikogruppe verabreicht. 10.000 vorgemerkte Personen gibt es laut Landespressedienst aus dieser Gruppe insgesamt. Etwa ein Drittel hat schon eine Dosis erhalten. Für das Osterwochenende stehen mehr als 5.000 Impfdosen für diese Zielgruppe zur Verfügung, die in den dafür eingerichteten Impfstraßen verabreicht werden. Darüber hinaus werden im Laufe dieser Woche 10.000 Dosen über die Hausärzte an deren Patienten verteilt und 2.100 Impfdosen werden über die Österreichische Gesundheitskasse an Personen von 65 bis 80 Jahre abgegeben.

In Tirol sollen die Covid-Impfungen je nach Verfügbarkeit zum Teil auch am Osterwochenende durchgeführt werden, hieß es seitens des Landes auf APA-Anfrage. Die Impfungen werden demnach über Ostern nicht generell ausgesetzt. In Vorarlberg wird in der Karwoche feiertagsbedingt bereits von Mittwoch bis Freitagabend statt wie sonst von Donnerstagnachmittag bis Sonntagabend geimpft. Es handelt sich dabei nach Auskunft der Landespressestelle aber lediglich um eine zeitliche Verschiebung aufgrund der Feiertage, mit den verfügbaren Impfdosen habe das nichts zu tun. In den kommenden Tagen werden 8.400 Dosen verimpft, letzte Woche waren es 9.500 - es gebe eine gewisse Schwankungsbreite.

(APA)

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