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Orozco-Estrada gab Einstand bei Wiener Symphonikern

Andres Orozco-Estrada bei seiner Präsentation im Juli
Andres Orozco-Estrada bei seiner Präsentation im Juli ©APA (Archiv)
Die Tonsüchtigen haben einen neuen Co-Abhängigen. Noch läuft der gleichnamige Dokumentarfilm über die Wiener Symphoniker im Kino, da kann das Orchester bereits mit dem nächsten Glanzpunkt aufwarten: einem neuen Kopf an der Spitze. Andres Orozco-Estrada hat am Samstagabend im Wiener Konzerthaus in Nachfolge von Philippe Jordan sein Antrittskonzert als 16. Chefdirigent des Klangkörpers gegeben. Und die neue Partnerschaft sprüht wie oft bei Frischverliebten vor Charme.

Programmatisch war bereits der Auftakt mit einer eigens in Auftrag gegebenen Uraufführung. Die junge Niederländerin Carlijn Metselaar hatte sich unter 250 Einsendungen beim Wettbewerb durchgesetzt, den die Symphoniker ausgeschrieben hatten und in Tradition US-amerikanischer Fanfaren nahe John Adams und John Williams das Stück "Vorfreude" zum Orozco-Estrada-Einstand beigesteuert. Über den gesamten Saal verteilt intonierten Symphoniker das kurze Stück.

Es folgte die programmatische Kehrtwende mit Erich Wolfgang Korngolds "Einfachen Liedern", die der spätere Hollywoodmeister bereits als Teenager geschrieben hatte. Christiane Kargs geradliniger Sopran schmiegte sich hier nachgerade paradetypisch in den Symphoniker-Klang, mit dem diese unter Beweis stellten, dass sie auch unter dem energiegeladenen neuen Chef dezent agieren können.

Mussten sich die Symphoniker hier in der Zurückhaltung des Liedbegleiters üben, stellte Richard Strauss' Tondichtung "Ein Heldenleben" zum Abschluss gleichsam das Gegenteil dar. Nicht nur fährt der Komponist bei seiner nur begrenzt augenzwinkernden Selbststilisierung zum musikalischen Genius alles auf, was der Orchesterapparat zu bieten hat. Vor allem bieten die ausgedehnten Soloviolinpassagen der neuen 1. Konzertmeisterin Sophie Heinrich auch eine breite Bühne zu glänzen - welche die Deutsche charmant nutzt.

Diese symphonische Dichtung aus Strauss'scher Feder bleibt nicht die einzige in der ersten Orozco-Estrada-Saison. Und auch wenn der neue Maestro während des gewaltigen Werkes mehr pumpt als so mancher seiner Bläser und am Pult tanzt, als gelte es, ein Fitnessprogramm zu absolvieren, lässt der 42-Jährige am Ende alle Instrumentengruppen einzeln zum Applaus antreten. Hier hat sich sichtlich ein neues Team gefunden.

Und die Einstandswoche geht sogleich weiter. Heute, Sonntag, schiebt man noch kurz Haydns "Feuer-Symphonie" um 17.30 Uhr dazwischen, bevor man am Abend das Eröffnungskonzert wiederholt. Am 14. Oktober stellt Orozco-Estrada sich dann im Zweitwohnsitz der Symphoniker vor, dem Musikverein. Abermals unter anderen mit Christiane Karg spielt man dann - sowie in den Reprisen am 15. und 17. Oktober - Haydns "Schöpfung". Schließlich soll der Wiener Klassiker einen weiteren Schwerpunkt in der künftigen Arbeit des Symphoniker-Chefdirigenten darstellen.

(APA)

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