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"Organspende kann Leben retten!"

Derzeit warten in Österreich rund 1000 Menschen auf ein neues Organ. Das Symbol für Organspende: eine grüne Schleife.
Derzeit warten in Österreich rund 1000 Menschen auf ein neues Organ. Das Symbol für Organspende: eine grüne Schleife.
Rankweil - Anlässlich des Welt-Nieren-Tages am 1. Juni spricht Erich Längle (70) darüber, wie er seinen Sohn nach einem tragischen Unfall verlor und der Organspende zustimmte. Der Rankweiler erhielt selbst eine Spenderniere und engagiert sich als Präsident der Arge Niere Österreich sehr für dieses Thema.

WANN & WO: Wie stehen Sie zu dem Thema Organspende?

Erich Längle: Ich bin ein absoluter Befürworter der Organspende, denn damit können viele Leben gerettet oder Patienten geholfen werden.

WANN & WO: Wie sieht die momentane Situation in Österreich bzw. Vorarlberg aus?

Erich Längle: Es werden mehr Organe benötigt, als zur Verfügung stehen. Momentan warten in Österreich rund 1000 Personen auf ein neues Organ und die Liste und Wartezeiten werden immer länger. Durchschnittlich dauert es drei Jahre, bis man z.B. eine Niere bekommt. Leider tritt aber immer noch der Fall ein: “Auf der Warteliste verstorben”. Ich hoffe, dass dies in naher Zukunft nicht passiert. Unglücklicherweise gibt es auch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht transplantierbar sind. Um die Abstoßung eines Spenderorgans zu verhindern, müssen Immunsuppressiva genommen werden. Hat z.B. jemand Krebs, würde das Wachstum dieser Zellen durch die Einnahme des Medikaments gefördert werden.

WANN & WO: Was muss man tun, um beim Ableben als Organspender verwendet zu werden?

Erich Längle: Hat man sich zu Lebzeiten nicht im Widerspruchsregister bei der ÖBIG eingetragen, dürfen – rein rechtlich – die Organe entnommen werden. Dennoch werden zusätzlich die Angehörigen befragt.

WANN & WO: Sie selbst haben Ihren Sohn nach einem tragischen Motorradunfall vor 16 Jahren zur Organspende freigegeben. Fiel Ihnen dieser Entschluss schwer?

Erich Längle: Diese Entscheidung muss zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt getroffen werden. Man ist mit der Trauerbewältigung uvm. beschäftigt. Trotzdem zählt der Gedanke, dass eine Organspende von großem Wert ist, und man jemandem neues Leben schenken kann.

WANN & WO: Weiß man von wem die Organe stammen bzw. wer sie bekommt?

Erich Längle: Nein, und das ist auch gut so. Ich selbst möchte nicht wissen, wer die Organe unseres Sohnes hat oder woher meine Niere stammt. Als Empfänger entwickelt man womöglich ein Verantwortungsgefühl gegenüber dem Spender bzw. dessen Familie. Als Angehöriger hätte man wahrscheinlich beim Anblick des Empfängers im Hinterkopf, dass diese Person durch den Tod eines geliebten Menschen weiter leben kann und darf. Einzig bei einem Lebendspender – funktioniert aber nur bei einer Nieren- oder Teilleberspende – kennt man die Person. Diese Transplantationen sind auch sehr erfolgreich.

WANN & WO: Sie haben 2001 eine Niere erhalten. Wie kam es dazu?

Erich Längle: Leistungsabfall, Müdigkeit, Atemnot und Treppensteigen fiel mir schwerer – das alles machte sich 1999 durch ein anbahnendes Nierenversagen – Niereninsuffizienz – bemerkbar. Nach ärztlichem Rat entschied ich mich für die Heimdialyse. Natürlich wird man dadurch eingeschränkt, ich konnte aber weiterhin zu 100 Prozent arbeiten. Zwei Jahre nach der Diagnose bekam ich dann eine Spenderniere.

WANN & WO: Wie fühlt man sich mit einem “fremden” Körperteil?

Erich Längle: Spüren tut man das kaum und ich habe auch keine Beschwerden. Ich bin einfach nur dankbar, dass es Spenderorgane gibt, die einem ein neues Leben bzw. Lebensqualität ermöglicht.

WANN & WO: Wie hat sich Ihr Leben seit diesen zwei Schicksalsschlägen verändert?

Erich Längle: Ich sehe das Leben etwas anders. Vor 50 Jahren hätte ich wahrscheinlich keine guten Überlebenschancen gehabt. Man lebt auch bewusster. Klar, der Unfall unseres Sohnes kommt immer wieder hoch. Aber man freut sich, dass jemand anderer weiterleben konnte, vor allem wenn man selbst dieses Glück hatte. Seitdem setze ich mich auch sehr für das Thema Organspende ein.

WANN & WO: Inwiefern engagieren Sie sich für Organspende?

Erich Längle: Als Präsident der Arge Niere Österreich liegt es mir sehr am Herzen, dieses Thema ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen – gerade auch bei Jugendlichen, sollte es im Unterricht behandelt werden, da es jeden treffen kann. Organspende kann Leben retten!

(Interview: Wann&Wo/Sabrina Grabher)

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