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"Ordentliche Erhöhungen"

Bregenz - Metallerlöhne: Mit der Abgeltung der Inflationsrate und einem geringen Aufschlag ist es diesmal nicht getan. Karl Proyer (GPA) zur Herbstlohnrunde.

„Der Metallindustrie in Österreich geht es sehr, sehr gut. Das muss sich daher auch für die Beschäftigten rechnen. Die Zeit der Rücksichtnahme ist vorbei. Jetzt sind die Beschäftigten mit ordentlichen Erhöhungen am Zug. Es muss für sie netto einen spürbaren Reallohnzuwachs geben. Mit der Abgeltung der Inflationsrate allein und einem geringen Aufschlag ist es diesmal nicht getan.“ Das gelte übrigens nicht nur für die Metaller, sondern für alle Arbeitnehmer. Genaue Zahlen werden im Vorfeld der Lohnverhandlungen traditionellerweise nicht genannt.

Auftakt am 22. September

So gegenüber den VN Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und Chefverhandler für die Angestellten bei der bevorstehenden Herbstlohnrunde der Metaller. Diese beginnt in Wien am 22. September 2011 zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite mit der Übergabe der Forderungen.

Proyer verweist darauf, dass bei den bevorstehenden Lohnverhandlungen aber nicht nur die Inflationsrate allein, sondern die gesamtwirtschaftliche – sehr gute – Entwicklung zu berücksichtigen sein wird. Und er ist auch zuversichtlich, was die Zukunft der Konjunktur betrifft, „weil die österreichischen Arbeitgeber und die Arbeitnehmer eine gute Arbeit machen“.

Thema Arbeitszeitgestaltung

Obwohl der Chefverhandler auf Arbeitgeberseite, Christoph Hinteregger, Geschäftsführer beim Seilbahnbauer Doppelmayr in Wolfurt, gegenüber den VN erklärt hatte, dass die Arbeitszeit bei den diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen kein
Thema sein wird, geht es Proyer auch darum, „eine vernünftige Arbeitszeitgestaltung herzustellen“ und „entgleiste“ Arbeitszeitmodelle „wieder auf die Geleise zu stellen“.

„Schwierige Verhandlungen“

Werden sich angesichts der Forderungen der Arbeitnehmerseite die Verhandlungen heuer schwierig gestalten? Proyer dazu: „Ja. Wir rechnen mit schwierigen Verhandlungen. Wichtig ist aber nicht die Zahl der Verhandlungen, sondern am Ende muss ein guter Abschluss stehen. Und die Arbeitnehmerseite ist fest entschlossen, ihr Ziel, dass am Ende netto ein spürbarer Reallohnzuwachs steht, durchzusetzen.“

Die Metallerkollektivvertragsverhandlungen läuten traditionell die Herbstlohnrunde ein. Das Ergebnis ist richtungsweisend für alle weiteren KV-Runden. Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 2,5 Prozent und der Ist-Löhne um 2,3 Prozent, rückwirkend per 1. November. Dem Abschluss ist ein 17-stündiger Verhandlungsmarathon vorangegangen. (VN)

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