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Optimierung im Vorarlberger Spitalswesen muss fortgesetzt werden

Bregenz -  Die medizinische Versorgung in Vorarlberg funktioniert auf hohem Niveau, zur langfristigen Finanzierung des Systems müssen aber bereits begonnene Optimierungsprozesse fortgesetzt werden.

So lautete die Kernaussage des am Donnerstag veröffentlichten Berichts des Landesrechnungshofs (RH) zum Thema “Spitalswesen Vorarlberg“. RH-Direktor Herbert Schmalhardt sah die Schließung von Spitälern als keine realistische Option und empfahl nachdrücklich den eingeleiteten Übergang zu einem landesweit abgestuften medizinischen Angebot. Landtagspräsidentin Bernadette Mennel (V) pflichtete Schmalhardt bei.

Zum einen lobte der RH-Direktor die vom Land in den vergangenen Jahren bereits unternommenen Bemühungen zur Verbesserung der Struktur der Vorarlberger Spitalslandschaft mit ihren sechs Krankenanstalten und 1.846 Betten. So hätten die Schließung kleinerer Einheiten und die Konzentration von medizinischen Leistungen jährliche Einsparungen von drei Millionen Euro sowie einen langfristigen Kostendämpfungseffekt von 60 Millionen Euro erbracht.

Andererseits verwies Schmalhardt aber auch auf den stetigen medizinischen Fortschritt, der mit steigenden finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Allein von 2006 bis 2009 nahmen die Gesamtkosten für die Vorarlberger Krankenanstalten (ohne die Einrichtung Maria Ebene) um rund 47 Mio. Euro auf 344,7 Mio. Euro zu. Die durchschnittliche jährliche Steigerung von etwa 15 Mio. Euro pro Jahr werde auch in den nächsten Jahren “in einem ähnlichen Ausmaß” liegen, erklärte Schmalhardt. “Um die medizinische Versorgung in Vorarlberg auf dem gewohnt hohen Niveau weiterhin zu gewährleisten, sind Struktur- und Finanzierungskriterien zu adaptieren”, betonte der RH-Direktor.

Hinter vorgehaltener Hand ließen Experten zwar wissen, dass ein Klinikum für Vorarlberg ausreichen würde, Schmalhardt bezeichnete das aber als “nicht realistisch”. Er empfahl stattdessen die Fortsetzung der Bemühungen um ein landesweit abgestuftes medizinisches Leistungsspektrum für die regionale Versorgung sowie eine Zusammenführung der Planung und Finanzierung von stationärem und ambulantem Bereich. “An dieser Schnittstelle geht viel Geld verloren”, sagte Schmalhardt im Bewusstsein, dass für eine konsequente Umsetzung des Vorhabens auch Bundesgesetze geändert werden müssten.

Mit einem “vorgelagerten Gesundheitszentrum” am LKH Bludenz – bei dem etwa niedergelassener und stationärer Bereich gemeinsam die vorhandene Infrastruktur nützen – könnte laut Schmalhardt Vorarlberg eine Vorreiterrolle einnehmen. “Langfristig sind für die Versorgungsstruktur in Vorarlberg ein LKH Süd inklusive einer landesweiten Schwerpunktversorgung und ein LKH Nord anzustreben”, so der RH-Direktor.

Einen Fachärztemangel an Vorarlbergs Spitälern konnte Schmalhardt bei seiner Prüfung nicht feststellen. Derzeit seien lediglich drei Prozent der Facharztstellen in den Krankenhäusern nicht besetzt. Künftig könnte aufgrund des Altersdurchschnitts der Fachärzte aber ein Mangel entstehen. Bei der Höhe des Einkommens der Ärzte sah er – im Vergleich mit anderen Ländern – ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Nicht optimal sei aber, dass die Ärzte in den Landeskrankenhäusern nach dem Landesbedienstetengesetz angestellt sind, das auf den Verwaltungsbereich zugeschnitten ist.

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