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Opposition ortet Raumnot nach Gösser-Schließung

Bregenz - Seit Montag sind die Pforten des Gösserbräus geschlossen. Wie es mit dem Gasthaus weitergehen soll, muss die Brauunion entscheiden. Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart sieht keinen Bedarf für einen neuen Saal.
Gösser wird geschlossen
"Austrinken" im Gösser

Nachdem das Traditionsgasthaus in der Anton-Schneider-Straße am Sonntag seine Pforten schloss, ist der Eigentümer, die Brau­union, auf der Suche nach einem neuen Pächter. Bürgermeister Markus Linhart führt derzeit intensive Gespräche mit den Eigentümern. „Wir sind bereit, der Brauunion bei den notwendigen Sanierungsarbeiten entgegenzukommen“, sagt das Stadtoberhaupt. Beispielsweise könnten die Fluchtwege mit denen im angrenzenden Rathaus kombiniert werden. Auch bei der Gestaltung des Vorplatzes könnte die Stadt mitwirken.

Die Bregenzer Oppositionspolitiker befürchten, dass für die Vereine keine geeigneten Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stehen. „Die Schließung verschärft die Raumnot der Vereine“, sagt FPÖ-Parteiobmann Harald Stifter. Er fordert zudem leistbare Veranstaltungstarife, insbesondere im Festspiel- und Kongresshaus. „Es kann und darf nicht an überzogenen Raummieten scheitern, dass diverse Vereinsveranstaltungen nur schwer durchzuführen oder in benachbarten Kommunen sind“, meint der Freiheitliche. Linhart kann dies nicht nachvollziehen. Bereits während der vergangenen Faschingssaison wären sechs Veranstaltungen in der Shedhalle auf dem Schoeller2Welten-Areal über die Bühne gegangen. „Die Miete war nicht teurer als bei anderen Veranstaltungsräumen. Uns ist das Vereinsleben wichtig, deshalb kommen wir den Veranstaltern entgegen. Gleiches gilt auch, wenn Musikvereine das Festspielhaus anmieten. Das praktizieren wir seit Jahren und werden es auch weiterhin so handhaben“, stellt der Bürgermeister klar.

Raumnot hat hingegen auch SPÖ-Chef Michael Ritsch geortet. Nach dem Wegfall des Blumeneggsaals, der demnächst abgerissen wird, und der Schließung des Gössersaals sei das Problem umso aktueller. „Bereits vor Jahren hatten wir uns für ein Jugend-, Kultur- und Kommunikationszentrum bei der Alten Remise eingesetzt“, sagt Ritsch. Dieser Standort sei optimal, um ein neues Gebäude mit Veranstaltungssaal zu errichten. „Es gibt keine Nachbarn, hat Parkplätze und ist auch vom Bahnhof aus gut zu erreichen“, meint Ritsch. Die Umsetzung dieses Projektes scheitere seit zehn Jahren am Nein der ÖVP. Linhart habe immer wieder auf das Angebot im Gösser verwiesen. „Diese Ausrede ist jetzt wie eine Seifenblase zerplatzt.“ Den Erwerb des Traditionsgasthauses durch die Stadt kann sich Ritsch nicht vorstellen. Mit dem Gebhardsberg, dem Wirtshaus am See und dem Adler auf der Fluh haben die Bregenzer zwar drei Lokalitäten, es sei aber nicht Aufgabe der Stadt, ein Gasthaus zu betreuen. Zumindest in diesem Punkt ist er mit Linhart einer Meinung. Denn vom Vorschlag eines neuen Veranstaltungsgeländes hält das Stadtoberhaupt nach wie vor nichts. „Wir haben damals den Bedarf erheben lassen. Der war nicht gegeben. Ich glaube auch nicht, dass ein weiterer Saal notwendig ist. Das Gösser könnte dieser auch nicht ersetzen“, sagt Linhart. (NEUE/Sonja Schlingensiepen)

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