Opfer von Flug MH17 auf dem Weg nach Hause - Ukraine macht mobil

Links ein Spielzeug an der Absturzstelle von MH17, rechts die Kühlwaggons mit den Opfern.
Links ein Spielzeug an der Absturzstelle von MH17, rechts die Kühlwaggons mit den Opfern. ©EPA
Der Zug mit den Toten des Absturzes von Flug MH17 hat die Zwischenstation Charkow im Osten der Ukraine erreicht. Während in Brüssel die EU-Außenminister über neue Sanktionen gegen Russland beraten, macht die Ukraine militärisch mobil. Russland soll 41.000 Soldaten an der Grenze stationiert haben.
MH17-Flugschreiber übergeben
Die Medien und der MH17-Absturz

Fünf Tage nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine sind die meisten Todesopfer aus dem Konfliktgebiet gebracht worden. Ein Sonderzug mit den sterblichen Überresten der Opfer traf am Dienstag in der Großstadt Charkow ein.

Niederlande fliegen Opfer heim

Die Absturzopfer in einem Zug aus Kühlwaggons sollten in Charkow an internationale Spezialisten übergeben werden. Die Identifizierung wird von den Niederlanden koordiniert, die 193 der insgesamt 298 Todesopfer zu beklagen haben. Entgegen ersten Planungen richten sich die Niederlande darauf ein, die Toten möglichst schnell auszufliegen, da die Identifizierung in der Heimat schneller vonstatten gehe.

©Blumenmeer am Amsterdamer Flughafen Schiphol, von wo MH17 abgehoben hatte. (AP)

Dritte Teilmobilmachung der Ukraine

Die Führung in Kiew beschloss am Dienstag eine Teilmobilmachung, um den militärischen Druck auf die prorussischen Separatisten im Osten erhöhen. Präsident Poroschenko begründete sie damit, dass die nationale Unabhängigkeit gesichert werden müsse. In Kiew wurde allerdings nicht damit gerechnet, dass sich sehr viele Männer in den Kasernen melden werden. Seit März ist dies bereits die dritte Teilmobilmachung in der Ukraine.

Ein prorussischer Kämpfer vor einem abgeschossenen Panzer der ukrainischen Armee vor Donezk. AP
Ein prorussischer Kämpfer vor einem abgeschossenen Panzer der ukrainischen Armee vor Donezk. AP ©Ein prorussischer Kämpfer vor einem abgeschossenen Panzer der ukrainischen Armee vor Donezk. (AP)

Mit zusätzlichen Kräften will Poroschenko härter gegen die Separatisten in der Ostukraine vorgehen. Allgemein steht die ukrainische Armee in dem Ruf, schlecht mit Personal, Nahrung und Technik ausgestattet zu sein.

Russland soll Truppen bereit halten

Russland hat nach Angaben der Regierung in Kiew fast 41.000 Soldaten entlang der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Nahe abtrünnigen Grenzstadt Donezk seien im Laufe der vergangenen Woche zudem 550 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie 500 Artilleriegeschütze in Stellung gebracht worden.

EU-Außenminister empört – keine Sanktionen

Die Außenminister der Europäischen Union warfen bei einem Treffen in Brüssel Moskau am Dienstag eine Mitschuld am mutmaßlichen Abschuss des Zivilflugzeugs vor und zeigten sich “empört” über Russlands Verhalten. Sie verhängten aber noch keine schärferen Sanktionen. Nach westlichen Vermutungen wurde die Flug MH17 von prorussischen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen.

Außenminister Kurz mit den Amtskollegen Miroslav Lajcak (Slowakei) und Federica Mogherini (italien). (APA)
Außenminister Kurz mit den Amtskollegen Miroslav Lajcak (Slowakei) und Federica Mogherini (italien). (APA) ©Außenminister Kurz mit den Amtskollegen Miroslav Lajcak (Slowakei) und Federica Mogherini (italien). (APA)

“Russland hat seine Verabredungen nicht in dem erforderlichen Maße erfüllt”, sagte der deutsche Außenminister Steinmeier. Die EU sei bereit, mit allen diplomatischen Mitteln zu einer Entschärfung der Krise beizutragen. “Aber es wird notwendig sein, diese Bereitschaft zu begleiten durch höheren Druck, das heißt auch in schärfere Maßnahmen einzutreten.” Russland habe vor allem seine Grenze zur Ukraine nicht für Waffen und Kämpfer geschlossen. “Daraus müssen und werden wir heute unsere Schlüsse ziehen.”

Auch Russland stimmt UN-Resolution zu

In der Nacht zum Dienstag übergaben die Separatisten in Donezk die Flugschreiber der Boeing 777-200 an eine Delegation aus Malaysia. Ebenfalls in der Nacht forderte der UN-Sicherheitsrat per Resolution eine unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Abschusses von Flug MH17. Alle 15 Mitglieder des Gremiums – dazu gehört auch Russland – stimmten bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag in New York zu. (red/APA/dpa)

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