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Operation am Herzen von Bregenz

Bauen Seite an Seite am neuen Gesicht der Vorarlberger Landeshauptstadt: Hubert Rhomberg (l), Bernhard Ölz.
Bauen Seite an Seite am neuen Gesicht der Vorarlberger Landeshauptstadt: Hubert Rhomberg (l), Bernhard Ölz. ©VOL:at: Klaus Hartinger
Bregenz – Die Stadt Bregenz wird ihr Gesicht in den kommenden Jahren radikal ändern. Hubert Rhomberg und Bernhard Ölz im VN-Gespräch über Seestadt und Seequartier.
Seequartier und Seestadt

Auf dem Filetstück, der Seestadt, und dem gegenüberliegenden Bahnhofs­areal, das zukünftig „Seequartier am Bahnhof“ heißen soll, wachsen ab Ende 2012 im Bregenzer Zentrum neue Stadtviertel. Bislang ging es harmonisch zu. Bürgerproteste, wie damals bei der weitaus kleiner dimensionierten „Welle“ am Hafen, gibt es nicht. Vielleicht, weil es gar nicht schlimmer werden kann, als es jetzt schon ist? Riesiger Parkplatz mitten im Zentrum, überdimensionierter Bahnhof daneben.

„Bürger eingebunden“

„Weil die Leute wissen, was sie erwartet“, erklärt es sich Hubert Rhomberg (44), Geschäftsführer von Rhomberg-Bau und Seequartier-Betreiber. „Weil beim Masterplan jeder, der wollte, mitreden konnte“, fügt Projektnachbar und Seestadt-Betreiber Bernhard Ölz (48) beim gemeinsamen Gespräch mit den VN hinzu. Auch zwischen den beiden Unternehmern läuft es gut. Gestritten wird nicht, zumindest nicht öffentlich. „Man unterstellt uns ja immer, dass wir streiten. Ich wüsste nicht, über was“, sagt Ölz. Eigentlich gäbe es da schon Gründe, schließlich bauen sie etwa zur gleichen Zeit, etwa am gleichen Ort Wohnungen, Büros und Handelsflächen. „Wichtig ist zu wissen, wo wir am Markt potenzielle Konkurrenten wären“, sagt Rhomberg. Bei den Wohnungen sei das nicht der Fall, schließlich wird in der Seestadt nur vermietet, im Seequartier verkauft. Ölz und Rhomberg führen Gespräche, dass Handelsflächen gemeinsam verwertet werden. „Wir stimmen uns ab“, gibt Rhomberg zu. Bei den Büros sind sie allerdings Konkurrenten. Eine gemeinsam bewirtschaftete Tiefgarage ist angedacht, unterirdisch verbunden wird sie jedenfalls sein. Durch die gemeinsamen Ein- und Ausfahrten sparen sie Grund und Geld. In den Untergrund werden also nur Parkplätze wandern. Dass gemeinsam mit den Millionenprojekten nicht auch gleich die Landesstraße in die Tiefe verlegt wird, halten viele für eine vergebene Chance. Nicht Ölz und Rhomberg: „Das bringt nichts, die oberirdischen Straßen braucht man trotzdem noch“, sagt Ölz. Rhomberg fügt hinzu: „Da ziehe ich ja noch mehr Verkehr an.“

Straßenbahn in zehn Jahren

Er ist jedoch fest überzeugt, dass die Bahngleise unterirdisch verlaufen werden. „In 20 Jahren“, skizziert er seine Vision. Er appelliert an die Stadt, zumindest jetzt die Planung in Auftrag zu geben und „weit vorauszudenken.“ Die Ringstraßenbahn, die Rhomberg immer noch propagiert, wird – falls sie jemals Wirklichkeit wird – oberirdisch von Bregenz bis nach Lustenau fahren. Beerdigt habe er das Projekt noch nicht. „In zehn Jahren soll sie fahren. Da kommt wieder eine Charmeoffensive“, schmunzelt er.

Kino am Bahnhof

Im neuen Bahnhofsgebäude werden sich die ÖBB nur mehr einmieten. Daneben wird es ein Lebensmittelgeschäft geben – dank der Nähe zum Zug mit länger erlaubten Öffnungszeiten. Und ein Kino soll ins Gebäude einziehen. „Das ist das Ziel. Fünf Kinosäle bringen wir hinein“, sagt Rhomberg klar. Fix ist es noch nicht, erst muss die Stadt grünes Licht geben und die erlaubte Gebäudehöhe ändern. Und es braucht natürlich einen Betreiber. Dazwischen entsteht ein offener Platz für den Öffentlichen Verkehr, daneben thront laut Plänen ein „vertikaler Akzent“, möglicherweise ein von Rhomberg entwickeltes Holzhochhaus. Im Inneren sollen Hotelzimmer Platz finden. Auch hier wird ein Betreiber aber noch gesucht. Ende 2012 soll es auf beiden Seiten der Landesstraße losgehen. Erst einmal werden große Löcher gegraben. Sicher ist der Zeitpunkt aber nicht. Zahlreiche Bewilligungen stehen noch aus. „Da kann es gut sein, dass es uns noch ein Jahr zurückwirft“, gibt Ölz offen zu.

Riesenoperation

„Es ist eine Riesenoperation im Herz der Stadt. Das muss man wissen. Aber es ist auch alles drinnen“, streicht Rhomberg heraus. Seine Vision: „Die Urbanität herausstreichen, eine Eintrittskarte für Bregenz zu schaffen.“ Die Kombination von Wohnungen, Büros, Geschäften und Öffentlichen Verkehr hält er für zukunftsträchtig. Und optisch ansprechend soll es auch werden. „Ich bin Bregenzer. Ich habe echt keinen Bock, mir jeden Tag etwas anzuhören. Ich wohne schließlich da.“

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