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OPEC: Höhere Produktionsquoten in Sicht

Nach neuen Ölpreis-Rekorden hat die OPEC die weitere Anhebung ihrer Produktionsquoten in Aussicht gestellt. Die tägliche Förderquote könnte ab Mai um 500.000 Barrel auf 28 Mio. Barrel (je 159 Liter) erhöht werden.

Dies sagte OPEC-Präsident Ahmad Fahd el-Sabah am Samstag in Kuwait. Allerdings bringt das Kartell bereits jetzt schon mehr als 28 Millionen Barrel auf den Markt. Der US-Ölpreis erreichte am Freitag den Rekordstand von 57,70 Dollar je Barrel, Öl der Nordseesorte Brent den Höchstwert von 56,51 Dollar. Die Internationale Energieagentur IEA will ein Eilprogramm zur Senkung des Ölverbrauchs vorschlagen, das angeblich Empfehlungen wie Fahrverbote, verkürzte Arbeitswochen und 90 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen vorsieht.

Die OPEC könnte im dritten Quartal die Quoten um weitere 500.000 Barrel pro Tag anheben und zum Jahresende nochmal nachlegen, sagte ihr Präsident weiter. Die OPEC-Quotenerhöhung um 500.000 Barrel Mitte März war am Markt wirkungslos verpufft, da sie als zu gering eingeschätzt wurde und die tatsächliche Förderung auch damals schon deutlich höher war. Als Reaktion erreichten die Ölpreise unmittelbar danach die bisherigen Rekordmarken von 57,60 Dollar je Barrel bei US-Öl und 56,15 Dollar bei Brent.

Ein Auslöser für den Preisschub am Freitag war eine Studie von Goldman Sachs, in der Preise von bis zu 105 Dollar je Barrel in den kommenden Jahren vorhergesagt wurden. Bisher hatte Goldman Sachs mit höchstens 80 Dollar je Barrel gerechnet.

Das IEA-Notprogramm solle greifen, falls sich das Rohöl-Angebot um eine bis zwei Millionen Barrel pro Tag verringere, berichtete die „Financial Times“. Die offizielle Aktionsschwelle der IEA liegt bei einer Verknappung um 7 Prozent des globalen Angebots – also etwa sechs Millionen Barrel am Tag. Allerdings müsse bereits jetzt in Maßnahmen zur Senkung des Ölverbrauchs investiert werden, betone die IEA in dem Programm, dass zur Abstimmung an Regierungen verschickt worden sei und der spanischen „FT“-Partnerzeitung „Expansóon“ vorliege. Es solle im Mai vorgestellt werden. Als weitere Maßnahmen sollten die Preise für öffentliche Verkehrsmittel drastisch gesenkt sowie Fahrgemeinschaft und Arbeiten von Zuhause aus gefördert werden. Die IEA ist ein Gremium von 26 ölimportierenden Ländern.

Wenn die OPEC nicht einschreite, könne der Ölpreis bald 60 Dollar je Barrel erreichen, sagte ihr Präsident der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) mit elf Mitgliedern stellt etwa 40 Prozent der weltweiten Rohölproduktion. Ihre freien Kapazitäten – praktisch die einzigen weltweit – liegen bei zwei Millionen Barrel pro Tag. Zum Jahresende soll eine weitere Millionen Barrel Tageskapazität dazukommen.

In den USA erreichten auch die Benzinpreise angesichts der nahenden Sommer-Saison Rekordwerte. Etwa zehn Prozent der weltweiten Rohölproduktion werden zu Benzin für den US-Markt verarbeitet. In Deutschland lagen die Benzinpreise am Wochenende um einige Cent unter den Rekordwerten von mehr als 1,20 Euro je Liter im vergangenen Oktober.

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