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Ohne Bläser geht es auch

Rochè Jenny überzeugte mit seiner soliden Leistung beim Neruda-Trompetenkonzert.
Rochè Jenny überzeugte mit seiner soliden Leistung beim Neruda-Trompetenkonzert. ©Hronek

Städtisches Orchester Bludenz wagt sich auf ungewohnte solistische Streicherpfade.
(amp) Dem Städtischen Orchester hat Dirigent Nikolaus Pfefferkorn beim diesjährigen Frühjahrskonzert die Bläser – sieht man vom Solisten Rochè Jenny ab – glattweg vorenthalten. Entsprechend transparent lag da der Streichersound im gut besuchten Bludenzer Stadtsaal „offen“.
Pfefferkorn ist selbst Geiger. Entsprechend selektiv hat er die Werkauswahl für seine 33-köpfige Orchester-Crew aus engagierten Laien, Musikschülern und Musiklehrern getroffen. Mit ein paar routinierten Substituten holt er sich Verstärkung und „formt“ so einen kompakten Klangkörper. Dass da viel Probenschweiß dahintersteckt, bis diese Klangqualität erreicht ist, ist wohl jedem der Zuhörer klar. Dass die ersten und zweiten Geigen punkto Tonqualität und Intonation bei den Bratschen, Celli und Kontrabässen die Nase vorn haben, ist auch nicht überhörbar. Dennoch ist das Gesamtergebnis beachtlich und erstaunlich.

Brillanter Trompetenton
Rochè Jenny hat sich als Trompeter längst ins Landesorchester und andere Formationen „hinaufgedient“ und zählt zu den großen Nachwuchshoffnungen im Land. Mit dem Es-Dur Trompetenkonzert von Johann Georg Neruda hat Jenny Gelegenheit, seine Vorschusslorbeeren vor heimischem Publikum einzulösen. Und er nützt diese Gelegenheit nuancenreich, brilliert mit strahlendem Trompetenton, zeigt bei den Kadenzen klasse Technik und wohltemperiertes Timbre.

Tonale Herausforderung
Mit Edvard Griegs „Letzter Frühling“ und drei Sätzen aus der „Holberg-Suite“ lockt Pfefferkorn seine Orchesterleute aus der „technischen“ Reserve, zaubert mit „Two Aquarelles“ des Engländer Frederick Delius herb-melancholische Tonfärberei und schafft mit dem „Schwerttanz“ aus Peter Warlocks „Capriol Suite“ einen rhythmisch-tonalen Husarenritt. Begeisterung im Publikum mit Stadträtin Carina Gebhart, STR. Thomas Lins, Herbert Baumgartner, Hans Getzner, Werner Pecoraro, Peter Engel, Edgar Fleisch, Martine Durig und zufriedene Gesichter auf der Bühne.

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