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„Oft braucht es nur einen Anstoß“

In einem Interview mit den VN nahm UNIQA-Landesdirektor Markus Stadelmann zu aktuellen Fragen des Bereichs Versichern und Vorsorge Stellung.
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Was heißt Vorsorgen für Sie?

Vorsorge hat unterschiedliche Dimensionen: Gesundheit und Lifestyle einerseits und Vorsorge für finanzielle Themen andererseits.

Wie kann Ihre Versicherung beim Lifestyle helfen?

Oft braucht es einfach einen Anstoß. Wir bieten unseren Kundeninnen und Kunden in der Krankenversicherung – oder wie ich lieber sage: unseren Kundeninnen und Kunden, die ihre Gesundheit bei uns versichern, ein umfassendes Programm an: maßgeschneiderte Vitalprogramme, Beratungen durch unser Coaches, regemäßige Gesundheits-Checks, die Lifestyle-DNA-Analyse und natürlich beste medizinische Versorgung und Sicherheit im Ernstfall. Unser Service z. B. garantiert unseren Kunden am Abend, am Wochenende und an Feiertagen eine schnelle ambulante Akutversorgung.

Und wie schaut es im finanziellen Bereich aus?

Die Anzahl derer, die für den dritten Lebensabschnitt vorsorgen wird noch nicht größer. 

Warum steigt der Anteil nicht?

Viele lassen sich durch die aktuelle Zinsdiskussion und politische Risiken verunsichern und im Zweifel das Geld am Sparbuch liegen. Wenn es um Vorsorge geht, ist das ­reine Wertvernichtung. Das Schlechteste ist, nichts zu tun.

Liegt das an der starken ers­ten Säule?

Das liegt am unerschütterlichen Glauben der Österreicher, dass der Staat für meinen dritten Lebensabschnitt vorsorgen muss. Es gibt ein wichtiges Zitat des früheren Finanzministers Hannes Androsch: ‚Bei uns sagt man, die Pensionen sind sicher. Das stimmt schon, wenn’s das Budget zahlt. Nur ist dann das Budget nicht mehr sicher.‘

Wieso stößt das staatliche Pensionssystem an die Grenzen der Finanzierbarkeit?

Es ist Faktum, dass die Entwicklung der Bevölkerung dazu führt, dass immer weniger Erwerbstätige immer mehr Pensionsberechtigten gegenüberstehen. Die erste Säule ist und bleibt unverzichtbares Element, entwickelt sich aber zu einer Art Basis- und Grundsicherung. Aber: noch schlimmer wird das Ganze, wenn man sich anschaut, wie es um die Pension der Frauen in Österreich steht. Denn Frauen bekommen im Schnitt 34 Prozent weniger Pension als Männer.

Warum ist das so?

Die Gründe dafür hängen teilweise mit klassischen Rollenbildern zusammen. Die Kindererziehung und Pflege von Angehörigen liegt nach wie vor primär in Frauenhänden. Solche Brüche in der Erwerbsbiografie haben deutlich spürbare Auswirkungen auf die Pension. Das führt zu ungleichen Rahmenbedingungen in der Pensionsvorsorge und damit zum Gender-Pension-Gap. Frauen müssen die negativen Folgen von Karenzzeit und Teilzeitarbeit auf die eigene Pensionsvorsorge aber allein tragen.

Was können Frauen tun?

Zuallererst ausreichend Pensionsversicherungszeiten sammeln – sprich: frühestmöglich Jobs mit Sozialversicherung annehmen. Die Pensionslücke kann nur durch ausreichend sozialversicherte Jahre und eine private Pensionsvorsorge so gering wie möglich gehalten werden. Jungen Menschen rate ich, auch während der Kindererziehung maximal dazuzuverdienen, wobei mir bewusst ist, wie schwierig das sein kann. Es geht um halbe-halbe – nicht nur im Haushalt, sondern auch bei der Pensionsvor­sorge. Übrigens: Elternteilzeit ist auch partnerschaftlich möglich.

Laut Umfrage sehen 92 Prozent aller Österreicher die Notwendigkeit privat vorzusorgen, auch weil rund 70 Prozent damit rechnen, im Alter weniger Geld zur Verfügung zu haben als im aktiven Erwerbsabschnitt. Was soll man tun, wenn es de facto keine Zinsen mehr gibt?

Das ist die Herausforderung, weil mit einer kurz­fristigen Zinswende ist nicht zu rechnen. Es wird immer Menschen geben, die zu 100 Prozent risikoavers sind und nur auf Konto und Sparbuchbasis ihr Geld veranlagen bzw. harte Garantien wollen. Für diese Zielgruppe haben wir nach wie vor die gute alte klassische Lebensversicherung mit einer Netto-Prämiengarantie und Gesamtverzinsung von nach wie vor zwei Prozent. Wenn es aber darum geht, werterhaltend und werterhöhend langfristig vorzusorgen, kommt man um den Kapitalmarkt nicht umhin.

Kapitalmarkt ist aber für viele ein Fremdwort.

Der Österreicher verbindet kapitalmarktnahe Veranlagungen – insbesondere in Aktien – mit Spekulation und Risiko. Jetzt geht es darum, das Thema Kapitalmarkt und das Thema Aktienveranlagung von diesem negativen Image zu befreien. Vorsorge ist mehr als Veranlagung.

Was heißt das konkret?

Vorsorge richtig verstanden trägt das Element der Lang­fristigkeit in sich. Wir reden hier von einem Veranlagungshorizont von 15 Jahren aufwärts, da kommt man um das Thema Kapitalmarkt nicht herum. Wenn man die Entwicklung der Märkte rückblickend beobachtet, gibt es keine Periode mit Kapitalverlust, wenn man 15 Jahre investiert war.

Warum macht Kapitalmarktveranlagung im Versicherungsprodukt Sinn?

Auf der langen Reise können existenzgefährdende Lebensrisiken schlagend werden, die den schönsten Vorsorgeplan zunichtemachen. Wenn da etwas passiert, dann kann man auch den schönsten Vorsorgeplan nicht mehr bedienen.

Daher macht es Sinn auf dieser Vorsorgereise, die existenzgefährdenden Risiken wie das Ablebens- und Berufsunfähigkeitsrisiko abzusichern. Die Absicherung der existenziellen Lebens­risiken in der Ansparphase gehört zu unseren Kernkompetenzen.

Wann sollte man mit privater Vorsorge beginnen?

Man muss sofort handeln. Oft legen schon Eltern und Großeltern den Grundstein für ihre Kinder oder Enkel. Je früher desto besser, aber auch bei über 50-Jährigen macht es absolut Sinn – vielleicht auch mit Einmalerlägen – einzusteigen.

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