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Österreichische Forscher wollen Schneeflocken zu fassen kriegen

Messungen von Winterniederschlag weichen stark von Realität ab.
Messungen von Winterniederschlag weichen stark von Realität ab. ©DPA/Symbolbild
Schneeflocken sind recht flatterhafte Gesellen. Im Gegensatz zu Regentropfen schweben sie vor allem im Gebirge bei starkem Wind und niedrigen Temperaturen gerne an den Messgeräten vorbei. Österreichische Meteorologen entwickeln nun Methoden, um die dadurch bis zur Hälfte unterschätzten Winterniederschläge und die in der Schneedecke gespeicherten Wassermengen trotzdem korrekt zu ermitteln.

Dabei sollen Schneehöhemessungen helfen, die mit Lasersensoren an den Messstationen durchgeführt werden, erklärte Kay Helfricht vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Gespräch mit der APA. Berechnet man zusätzlich die Schneedichte ein, könnte man damit Korrekturberechnungen zu den Niederschlagsmessungen erstellen und damit “hoffentlich verlässlichere Werte für die Winterniederschlagsmengen bekommen”.

Faustregel: Zehn cm Neuschnee = ein cm Niederschlag

Dazu möchte er mit Kollegen nun zunächst die Neuschneedichten bei unterschiedlichen äußeren Einflüssen wie der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windstärke untersuchen. Nach einer Faustregel würden zehn Zentimeter Neuschnee im Schnitt einem Zentimeter Niederschlag entsprechen, doch dies gelte es nun zu präzisieren.

Von verbesserten Niederschlagsmessungen und -vorhersagen würden viele profitieren, meinte Helfricht. “Denn Dienstleistungen wie Straßenräumung, Hochwasserwarnsysteme und Lawinenwarnung, aber auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft und der Skibetrieb sind auf möglichst genaue Informationen über die Niederschlagsmenge bei Schneefall angewiesen”, so der Forscher. Auch das Gebirgsklima könne man mit exakteren Informationen besser verstehen und seine Entwicklung abschätzen.

Finanziert wird das gemeinsame Projekt des IFG und der Österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodymanik (ZAMG) von einem Wissenschaftspreis der Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss Wissenschaftsstiftung, den Helfricht im Juni gewonnen hat.

(APA)

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