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Österreichische Blauhelme auf den Golan-Höhen

Seit 1974 stehen österreichische Blauhelme an der Grenze zwischen Syrien und Israel.
Seit 1974 stehen österreichische Blauhelme an der Grenze zwischen Syrien und Israel. ©EPA
Seit 1974 überwachen UNO-Soldaten auf den Golan-Höhen die Einhaltung des Waffenstillstandes zwischen Syrien und Israel. Mehr als 26.000 österreichische Soldaten waren bisher dort im Einsatz. Derzeit nehmen 377 heimische Blauhelme an der Mission teil.

Der Einsatz der Blauhelme auf dem Golan erfolgt im Auftrag der Vereinten Nationen. Die Mission UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) umfasst derzeit 914 Soldaten.

Trennung von Syrien und Israel

Die UNO-Mission wurde 1974 ins Leben gerufen. Israel hatte das auf bis zu tausend Meter Seehöhe gelegene, 1.150 Quadratkilometer große Areal 1967 im Sechstagekrieg erobert, nachdem Syrien von dort aus Raketen auf israelische Gebiete gefeuert hatte. 1973 konnte Syrien zunächst Teile des Gebietes zurückerobern, wurde in Folge jedoch hinter die Grenzen von 1967 zurückgedrängt.

Die UNO konnte die beiden Länder im Mai 1974 dazu bewegen, ein Teilungsabkommen zu unterzeichnen, gleichzeitig wurde mit der Resolution 350 die Aufstellung von UNDOF beschlossen. Israel musste sich in Folge bis zur Grenze von 1967 zurückziehen, annektierte aber 1981 den Landstrich. Diese Annexion wurde von der UNO nicht anerkannt.

Pufferzone nur für UNO-Soldaten

Um Konflikte zu verhindern, wurden 1974 zwei Grenzen festgelegt: Eine “Alpha-Linie” im Westen und eine “Bravo-Linie” im Osten. Zwischen diesen beiden Linien befindet sich eine Pufferzone, die von der UNDOF-Mission überwacht wird, und von keinen militärischen Kräften außer den UNO-Soldaten betreten werden darf. Die Zone grenzt im Norden an den Libanon, im Süden an Jordanien. Sie ist etwa 75 Kilometer lang und zwischen zehn Kilometer im Norden und 200 Meter im Süden breit.

Ruhige Jahrzehnte

An der Grenze hatte seit dem Beginn der UNDOF-Mission 1974 weitgehend Ruhe geherrscht. Seit dem Ausbruch des Konflikts in Syrien im März 2001 im Vorjahr kam es vereinzelt zu Kämpfen zwischen dem syrischem Militär und den Aufständischen in der Grenzregion.

2011: Österreichischer Konvoi beschossen

Im Frühling 2011 ereignete sich im Grenzgebiet, dessen Rückgabe von Syrien als Basis für einen langfristigen Frieden mit Israel gesehen wird, zu einem tragischen Zwischenfall: Zweimal innerhalb von drei Wochen versuchten pro-palästinensische Demonstranten, die Grenze nach Israel zu stürmen. Dabei wurden laut UNO zwischen 30 und 40 Protestierende von israelischen Grenzposten erschossen, Hunderte weitere verwundet. Ende November vergangenen Jahres wurde ein österreichischer Konvoi von 88 Soldaten am Weg zum Flughafen in Damaskus beschossen worden, vier Soldaten wurden dabei verletzt.

Multinationale Schutztruppe

Auf den Golan-Höhen arbeiten die Österreicher zusammen mit Kameraden aus Indien und den Philippinen. Japan beendete seine UNDOF-Beteiligung kürzlich. Auch Kanada zog seine Soldaten ab, offiziell ist der Einsatz aber noch nicht beendet. Kroatien zog jüngst seine Soldaten ab, nachdem bekannt geworden war, dass Belgrad die syrischen Rebellen massiv mit Waffen beliefert hat. Mit derzeit 377 Mann ist Österreich der größte Truppensteller auf den Golan-Höhen, der die Überwachung im nördlichen Teil des Streifens übernimmt. Im südlichen Teil patrouillieren philippinische Truppen. Chef der Mission ist der indische Generalmajor Iqbal Singh Singha, künftig hat er mit dem am Donnerstag bestellten Stefan Thaller einen österreichischen Stellvertreter. (APA)

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