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Ölpreis könnte mittelfristig steigen

Die Welt blickt gebannt auf die internationalen Rohstoffmärkte. Denn die Preisentwicklung der wichtigsten Rohstoffe ist ein wichtiger Einflussfaktor für die Weltkonjunktur.
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Die VN sprachendarüber mit Jürgen Rupp, Wertpapier- und APM-Consultingbei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. Hier seine Einschätzung.

Der Ölpreis

Die OPEC-Mitgliedsstaaten sowie zehn weitere Nicht-OPEC-Produzentenländer haben sich im vergangenen Dezembernach langwierigen Verhandlungen bei ihrem Treffen in Wien auf eine Förderkürzung in Höhe von 1,2 Millionen Fass pro Tag verständigt. Die Umsetzung sollte mit Jahresbeginn2019 erfolgen. Da als Basis für die Kürzung die Fördermenge von Oktoberherangezogen wird, strebt die OPEC somit für die nächsten Monate eine Gesamtförderung in Höhe von 31,7 Millionen Fass pro Tag an. Vergleicht man diese Zahl mit dem von der Internationalen Energieagentur für 2019 erwarteten OPEC-Ölbedarf in Höhe von31,3 Mio. Fass pro Tag würde sich für das nächste Jahr ein im Schnitt immer noch mit rund400.000 Fass pro Tag überversorgter Ölmarkt ergeben. Hierin sind allerdings zwei Dinge nicht berücksichtigt. Zum einen spricht so manches dafür, dass die Ölexporte des Irans sowie die Ölförderung in Venezuela im nächsten Jahrweiter zurückgehen werden. Zum anderen hat die Regierung in der kanadischen Ölprovinz Alberta vor einer Woche ihre Ölunternehmen dazu verpflichtet, ihre Ölförderung mit 1. Jänner 2019 aufgrund von Kapazitätsproblemen zu reduzieren. Da diese bei den angeführten Punkte in dem von der IEA prognostizierten OPEC-Ölbedarf für 2019 nichtberücksichtigt sind, ist der verlautbarte Beschluss der OPEC-Mitgliedsstaaten durchauseine Maßnahme, die sowohl die zuletzt verzeichnete Talfahrt beim Ölpreis stoppen als auch mittelfristig wieder zu einem Anstieg auf zumindest70 US-Dollar pro Fass Brent führen sollte. Derzeit steht das Fass Brent bei einem Preis von61 US-Dollar und verlor 2018um neun Prozent an Wert.

Entwicklung beim Gold

Der Goldpreis hat im Jahr 2018um rund sechs Prozent nachgegeben. Gold ist eine Anlage, die keine laufenden Zinsenmit sich bringt. Steigen Zinsen und Anleiherenditen an, wird der Kauf von Gold gegenüber Anleihen weniger attraktiv, der Goldpreis dürfte in einemsolchen Umfeld fallen oder bestenfalls gleichbleiben. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Gold mit einem Anstieg des US-Dollargegenüber anderen Währungen. Ein stärkerer US-Dollarwirkt sich daher normalerweise dämpfend auf den Goldpreis in US-Dollar aus. Als reale Anlageklasse findet Gold als Absicherung gegenübereiner hohen Inflation Anwendung und in Zeiten erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten oder geopolitischer Krisen profitiert Gold oft von seinem historischen „Sicherer Hafen“-Status. Der Goldpreis verhält sich normalerweise anders als andere Anlagenklassen, sprich, er weist eine geringe oder negative Korrelation mit anderen Anlageinstrumenten auf. Zuletzt war die Nachfrage auswichtigen Gold(-Schmuck)-Ländern, wie Indien und Türkeirückläufig. Dazu kommt, dass trotz der schwächeren Nachfrageweiterhin sehr viel Goldproduziert wird. Produktionssteigerungen in Kanada, Indonesien und Russland erhöhten das Angebot laut World Gold Council fast auf Rekordniveau. Kurzfristig birgt am ehesten ein ausufernder Handelskrieg oder eine politische Krise eine Chance für einen höheren Goldpreis. Mittelfristig lasten aber weitere US-Zinsanhebungen und generell eine weniger expansiv werdende Geldpolitik auf dem Goldpreis. Der Goldpreis sollte, sobald der nächste US-Konjunktureinbruchabsehbar ist, eine gute Diversifizierung für das Portfolio darstellen.

Rallye beim Palladium

Während sich der Goldpreiskonsolidiert, befindet sich Palladium im Rallye-Modus. Ein Defizit auf dem Weltmarkt hat dafür gesorgt, dass der Palladiumpreis deutlich gestiegen ist. Diesen Dezembernotierte Palladium erstmals seit 16 Jahre sogar höher als der Goldpreis. Der Palladiumpreisstieg 2018 um 15 Prozent. Der Palladiummarkt ist klein und wird von wenigen Playern beherrscht. Die Nachfragestammt mit 75 Prozent vor allem aus der Autoindustrie. Dort wird Palladium bei Katalysatoren eingesetzt. Dass Palladium ausgerechnet jetzteine derartige Rallye auf das Parkett legt, ist überraschend, denn Elektroautos benötigen keinen Katalysator. Doch offensichtlich geht der Wechsel von Benzin- zu E-Autos doch nicht so schnell vonstatten, wie einige dachten.

Unterstützung für Silber

Silber war 2018 das Edelmetallmit der schwächsten Performance. Der Silberpreis gab seit Jahresanfang um 15 Prozentnach. Auslöser für den Abwärtstrendwaren der starke Dollar, die wieder angestiegenen US-Zinsen auf Anleihen, die Unsicherheit bezüglich der chinesischen Wirtschaft und schlicht und einfach eine niedrigere Nachfrage im Schmuckbereich.2019 sollte der Silberpreiswieder etwas Unterstützung erhalten. Ein erwartet schwächerer US-Dollar und die tendenziell sinkenden Zinsenbei den US-Anleihen sollten unterstützen.

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