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Ökoindustrie und Permakultur

Während Ökoindustrien Ressourcen global im Kreislauf halten, ernährt Permakultur hyperlocal.
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Was auf den ersten Blick als Gegensatz erscheint, ist in Wahrheit die perfekte Symbiose aus Naturkreislaufwirtschaft und gesunder Ernährungssicherung. Emissionsfreies Fliegen, selbstfahrende Autos, Renaissance der Tram, Seilbahnen in der Stadt, erneuerbare Energie ohne Atomkraft und Renaturierung in allen Lebensbereichen – heißt lebenswerte Zukunft für unsere Nachkommen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie exportorientierte Industriebetriebe in Vorarlberg sind in vielen Bereichen bereits Weltmarktführer, was ökologisch-soziale Wirtschaftsentwicklung betrifft. Vom Produktdesign über sauber geschlossene Produktionsprozesse bis hin zur umweltneutralen Reststoffverwertung. Vorarlberger Firmen haben mittels Plattform Dis.KursZukunft der Wirtschaftskammer über Gemeinwohlökono,ie bis zum Klimaneutralitätsbündnis im Bewusstsein, Verantwortung fürs große Ganze zu tragen, auch eine „Modellregion Vorarlberg für nachhaltige Entwicklung“ im Auge.

Urbaner Lebensraum

Bewusst zu leben und zu wirtschaften bedeutet, die notwendige Energie-, Agrar- und Ressourcenwende gemeinsam aktiv umzusetzen und Wege zu einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft im Sinne von Natur- und Klimaschutz zu beschreiten. Ein intaktes Ökosystem ist unser aller Lebensgrundlage.

Bereits 2050 werden zwei Drittel der Menschheit in Metropolen und urbanen Räumen leben. Hier sind Ökotechnologien und -industrien überlebenswichtig. Aber nicht nur sie. Gerade in der gesunden Ernährungssicherung ist Permakultur geradezu prädestiniert für Urban Farming auf horizontalen und vertikalen Flächen von Stadtbauten und Infrastruktur. Welch gigantischer und absolut gesunder Lebensmittelertrag auf nur einem Hektar Fläche generiert werden kann, beschreiben die Permakulturpioniere Perrine und Charles Hervé-Gruyer eindrucksvoll in ihrem Buch „Miraculous Abundance: One Quarter Acre, Two French Farmer, and Enough Food to Feed the World“. In Vorarlberg haben Permakulturisten wie Leo Simma in Hittisau chinesischen Knoblauch aus den Supermarktregalen verdrängt und mit Ländle-Knobl ersetzt. Die Permakulturpioniere Dorothea und Armin Rauch leben die BioBergVielfalt in Dünserberg und geben ihr Wissen gerne an Interessierte weiter. Diese Naturkreislauflandwirtschaft funktioniert auf kleinsten Flächen, was sich in Großstädten wie New York, Paris oder Berlin auf Dach- und Terrassengärten wie auch vertikal an Fassaden oder ­Minigewächshäusern schon fruchtbar etabliert. So hat unser kleines Ländle durchaus das Zeug zur zukunftsweisenden Modellregion, in der alle an einem Strang ziehen für Lebensqualität und Gemeinwohl.

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