OECD rügt: Österreich zahlt zu wenig Entwicklungshilfe

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Österreich und andere Länder wegen zu niedriger Entwicklungshilfe gerügt.
Österreich werde laut Schätzungen der OECD 2010 weniger Geld an die ärmsten Länder der Welt zahlen als vereinbart, hieß es seitens der OECD am Mittwoch in Paris. Österreich werde nur 0,37 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Entwicklungshilfe aufwenden. Ziel der in der OECD vertretenden EU-Länder sind 0,51 Prozent des BIP in Entwicklung zu investieren.

Zur Gruppe der Länder, die weniger geben als versprochen, zählen Frankreich (0.46%), Deutschland (0.40%), Portugal (0.34%), Griechenland (0.21%) oder Italien (0.20%). Einige Staaten werden ihre Zusagen auch übererfüllen. Zu ihnen zählen Schweden (1,03 %), Luxemburg (1%), Dänemark (0,83%) Großbritannien (0,56 %) oder Spanien (0,51%). Eckhard Deutscher, Vorsitzender des Development Assistance Committee (DAC) der OECD, zu dem 15 EU-Staaten gehören, prangerte ausdrücklich Österreich, Deutschland, Frankreich und andere an, den Vorgaben nicht nachzukommen. OECD-Generalsekretär Angel Gurría forderte von den säumigen Staaten, sich an ihre Versprechen zu halten.

Beim G-8-Gipfel vor fünf Jahren im schottischen Gleneagles haben die teilnehmenden Länder vereinbart, ihre Entwicklungshilfe, im speziellen für Afrika, bis 2010 zu verdoppeln. Weil aber mehrere große Staaten hinter ihren Versprechen zurückblieben, tut sich laut OECD eine Lücke auf: Afrika werde von den zusätzlichen 25 Milliarden Dollar nur rund zwölf Milliarden erhalten. Nichtsdestotrotz spricht die OECD von einer Rekordsumme. Gegenüber 2004 sei es eine Steigerung von 35 Prozent, heißt es.

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