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OECD: Österreich bei Minderheiten-Akzeptanz verbessert

Österreich zeigt sich in Teilbereichen verbessert
Österreich zeigt sich in Teilbereichen verbessert ©APA
Österreich hat sich bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Minderheiten in den vergangenen Jahren deutlich gebessert, sagt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). 2008 gehörte das Land noch zu den Schlusslichtern, nunmehr liegt es im Mittelfeld der 37 OECD-Länder. Bei der Kenntnis über den Diskriminierungsschutz ist Österreich aber weiter Europas Schlusslicht.

Gerade Menschen aus den am stärksten diskriminierten Gruppen setzen sich am wenigsten gegen Diskriminierung rechtlich zur Wehr, da sie die entsprechenden Antidiskriminierungsgesetze nicht so gut kennen, so die OECD in einer am Mittwoch präsentierten Studie. In Österreich hatte demnach 2015 nur etwa jeder Dritte Kenntnis über den Diskriminierungsschutz - das schlechteste Ergebnis in Europa. Am besten schnitt Finnland mit fast 80 Prozent ab.

Bei der Haltung gegenüber Migrantinnen und Migranten gab es laut OECD schon vor der Coronaviruskrise eine verstärkte Polarisierung. "Vieles deutet darauf hin, dass die Pandemie deren vergleichsweise schwache soziale Position noch verschärft hat, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt."

Bei der Beschäftigung von älteren Personen (55 bis 64 Jahre) hapert es in Österreich noch sehr. Die Lücke gegenüber Jüngeren (25 bis 54) betrug im Jahr 2017 fast 33 Prozentpunkte, der OECD-Schnitt lag bei 17 Prozentpunkten. Bei der Frauenbeschäftigung lag die Lücke zu Männern im Durchschnitt der Länder bei 15 Prozentpunkten, in Österreich bei 8 Prozent. Auch bei der Beschäftigung von nicht in Österreich Geborenen gibt es laut den OECD-Zahlen Nachholbedarf (Lücke zu in Österreich Geborenen: 8,5 Prozent), ebenso bei Menschen mit Behinderung (Lücke: 21,4 Prozent).

In ganzen elf OECD-Staaten ist die Beschäftigungsquote von Migranten höher als jene von im Land Geborenen. Im Großteil dieser Länder arbeiten Frauen mit Migrationshintergrund eher als nicht zugewanderte Frauen. Über die gesamte OECD gesehen war die Beschäftigungsquote von Migranten fast um einen Prozentpunkt höher als jene von im Land geborenen Menschen, vor allem wegen der hohen Beschäftigtenquote von Migranten in Nicht-EU-Ländern. In der EU lag die Lücke 2016/17 bei 3,5 Prozent.

Zu wünschen übrig lässt nach wie vor die gesellschaftliche Offenheit gegenüber ethnischen Minderheiten, Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen (LGBT) und Immigranten. Nur 55 Prozent sagten laut einer OECD-Erhebung im Jahr 2018, ihre Umgebung sei ein guter Lebensort für diese Gruppen von Menschen. In Österreich waren es mehr als 60 Prozent. In einigen Ländern, etwa Italien, Frankreich und Großbritannien, hat sich der Anteil derer, die der Aussage zustimmten, von 2008 auf 2018 sogar verkleinert.

Die OECD-Studie kritisiert, dass politische Maßnahmen zur besseren Integration von Minderheiten häufig denjenigen zugutekommen, die innerhalb ihrer Gruppe ohnehin zu den Privilegierten zählen. Quotenregelungen etwa helfen eher Frauen in Führungspositionen als Frauen in schlechteren Jobs.

Der Großteil der von der OECD befragten Personalmanager sagte, dass Diversität in den vergangenen Jahren wichtiger geworden sei. Sie wünschen sich insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) politische Unterstützung, etwa Richtlinien oder Diversitätsberater.

(APA)

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