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ÖBB-Chef: Vorteilscard soll so attraktiv wie Führerschein werden

ÖBB-Chef Matthä will die Bahn in Österreich fit für die Zukunft machen.
ÖBB-Chef Matthä will die Bahn in Österreich fit für die Zukunft machen. ©APA/HANS PUNZ
OBB-Chef Andreas Matthä will die Bahn auf Schiene für die Zukunft bringen. Dabei soll die Vorteilscard mindestens so gefragt wie der Führerschein werden. Sorgen bereitet ihm der Mangel an Arbeitern.

ÖBB-Chef Andreas Matthä appelliert an die Politik, statt Milliardenstrafen für die Nichterfüllung der Klimaziele in Kauf zu nehmen solle Österreich umfangreiche Investitionen in die Bahninfrastruktur vornehmen. Wünschenswert sei auch ein bundesweit einheitliches Tarifsystem für den gesamten öffentlichen Verkehr.

ÖBB-Vorteilscard soll so attraktiv werden wie der Führerschein

Er wünsche sich, dass die ÖBB-Vorteilscard für Junge so attraktiv werde wie ein Führerschein, so Matthä. Beim Güterverkehr sei man hier schon weiter. "Im EU-Schnitt beträgt der Marktanteil der Bahn im Güterverkehr nur 17 Prozent - in Österreich immerhin 30 Prozent", rechnete er im Gespräch mit dem aktuellen "trend" vor.

Und er bringt eine zweite Rechnung: " Zehn Tonnen Güter über 100 Kilometer zu transportieren, kostet einen Kunden mit Lkw 55 Euro, dazu kommen 32 Euro volkswirtschaftliche Kosten. Beim Zug zahlt der Kunde 66 Euro, aber nur neun Euro kommen an externen Kosten - Stichwort ökologischer Fußabdruck - dazu. Betriebswirtschaftlich ist also der Lkw günstiger, gesamtwirtschaftlich die Bahn."

Keine Steuervorteile für die Bahn

Als Wettbewerbsverzerrung nennt er das Steuerprivileg für Diesel - während die Bahn für Bahnstrom, obwohl er überwiegend aus erneuerbarer Energie gewonnen werde, die höchsten Abgaben in Europa zahle - 29 Mio. Euro im Jahr. Als weiteres Beispiel führt er Flugtickets an. "Diese unterliegen nicht einmal der Mehrwertsteuer, Bahnfahrscheine schon", so der Bahnchef.

Zu einem Personalabbau bei der Staatsbahn meinte Matthä, dass in den kommenden Jahren ein Viertel der Belegschaft in Pension geht. "Nicht jeden Abgang werden wir nachbesetzen, wir suchen rund 10.000 neue Kollegen. Am Ende des Tages wird der Personalstand spürbar niedriger sein. Das größere Problem ist aber, überhaupt in ausreichendem Maß Leute zu bekommen", so der Bahnchef.

(APA/red)

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