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Obstsorten dokumentieren und erhalten

Die Streuobstbestände rund um den Bodensee sind ein gemein-sames Kulturgut und prägendes Landschaftselement. Viel davon ist in den letzten Jahrzehnten zurückgedrängt worden. Ein grenzüberschreitendes Projekt soll dem entgegenwirken.

Die Streuobstbestände im Bodenseeraum sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Siedlungsentwicklung, mangelnder Wirtschaftlichkeit, Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft und zuletzt durch den Feuerbrand stark zurückgedrängt worden. Ein Interreg-Projekt, das Landesrat Erich Schwärzler gemeinsam mit den Projektpartnern am Donnerstag in Lauterach vorstellte, dient dem Erhalt alter Kernobstsorten.

Sortenvielfalt ist als Grundlage für künftige Züchtungen sowie beim Auftreten neuer Krankheiten, Klimaänderungen und neuen Verbrauchergewohnheiten immens wichtig. Zudem hat der Streuobstbau große Bedeutung für den Naturschutz sowie für die Attraktivität des Bodenseeraumes als Ferienregion. Das Interreg-Programm, an dem Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Liechtenstein und die Schweiz beteiligt sind, bietet laut LR Schwärzler die Möglichkeit, überregionale Maßnahmen zu setzen, die durch die Zusammenarbeit und den Austausch von Ergebnissen und Erfahrungen effektiver sind als isolierte Einzelbemühungen.

Österreichweit gibt es 500 Apfel- und 160 Birnensorten. Gerade in Vorarlberg hat sich durch die zentrale Lage inmitten der wichtigsten Obstanbaugebiete Mitteleuropas im Laufe der letzten 150 Jahre eine hohe Sortenvielfalt angesammelt, die es nun unter Mithilfe der lokalen Gartenbauvereine und der Bevölkerung zu entdecken, zu dokumentieren und bewusst zu erhalten gilt. “Jeder kann Hinweise auf Sorten geben und Fruchtmuster liefern”, so der Vorarlberger Projektleiter Richard Dietrich.

Die Streuobstbestände werden inventarisiert und die aufgefundenen Sorten nach regionaler Seltenheit, Verwertungseignung bzw Krankheitsresistenz charakterisiert. Ziele sind eine umfassende Obstsorten-Datenbank und gemeinsame Strategien zur Sortensicherung. Die Ergebnisse werden in Sortenausstellungen und Vorträgen der Öffentlichkeit präsentiert und sollen natürlich auch in den Obstregalen der Lebensmittelgeschäfte vermarktet werden.

Die Gesamtkosten des Projektes betragen 860.000 Euro, die je zur Hälfte von der EU und den Projektpartnern finanziert werden. Das Land Vorarlberg sowie 27 Vorarlberger Gemeinden steuern insgesamt 73.000 Euro bei.

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