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Obstbauern: Kampf ums Antibiotikum

Schwarzach - Die Vorarlberger Obstbauern verlangen für 2007 erneut die Zulassung des Antibiotikums Streptomycin zur Bekämpfung der Pflanzenseuche Feuerbrand.

Wie bereits 2005 und 2006 solle das Mittel auch heuer, eingeschränkt auf ein eng begrenztes Gebiet und unter Auflagen, verwendet werden dürfen, forderte die Landwirtschaftskammer Vorarlberg (LWK) am Mittwoch in einer Aussendung.

„Der Druck auf die Erwerbsbauern ist nach wie vor enorm“, erklärte Vorarlbergs Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und verwies auf die große Konkurrenz durch die Obstbauern am deutschen Bodenseeufer. Man sei im Obstbau zwar froh um die Entschädigungsleistungen, die könnten aber den Ertragsausfall über die Jahre, die ein Baum bis zur Frucht benötige, nicht decken, so Moosbrugger. Insgesamt sei beim Feuerbrand in Vorarlberg ein Rückgang zu verzeichnen, was laut Moosbrugger vor allem den landesweiten Bekämpfungsmaßnahmen zuzuschreiben ist, von einer Entspannung könne aber nicht gesprochen werden.

Im deutschen Bodenseeraum wird Streptomycin laut Landwirtschaftskammer bereits seit 1994 beinahe jährlich eingesetzt, Probleme seien dadurch nicht aufgetreten. 2006 seien allein in Baden-Württemberg auf einer Fläche von mehr als 3.000 Hektar streptomycinhältige Mittel ausgebracht worden, auch für 2007 sei der Einsatz des Antibiotikums wieder genehmigt worden, so Moosbrugger.

In Vorarlberg wurden unter strengen Auflagen nur knapp 20 Hektar Fläche in einzelnen großen Obstkulturen in den Bodensee-Gemeinden Hard, Höchst und Gaißau mit dem Pflanzenschutzmittel behandelt. Dieser Einsatz habe ausgereicht, um den durch Feuerbrand existenzgefährdeten Obstanbau-Betrieben wieder Luft zu verschaffen. Alternativmittel hätten bisher keine ausreichende Wirkung gezeigt, betonte Moosbrugger. An eine Ausweitung der Genehmigung auf ganz Vorarlberg, wie von der LWK ursprünglich beantragt, glaubt Moosbrugger nicht. „Wir sind schon zufrieden, wenn die Erlaubnis für die bisherigen Gebiete wieder erteilt wird“, so der LWK-Präsident. In Obst und Honig wurden bei Stichprobenkontrollen in Vorarlberg keine Rückstände des Antibiotikums gefunden.

Vorarlberg litt in den vergangenen Jahren sehr unter Feuerbrand, allein in den Jahren 2000 bis 2004 gingen 9,2 Hektar bzw. ein Viertel der Kernobst-Erwerbsfläche durch die Pflanzenseuche verloren. Der Streptomycin-Einsatz war von Umweltschutz-Organisationen heftig kritisiert worden.

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