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Oberwasser – Unterwasser. Energie durch Höhendifferenz

Demnächst finder die Veranstaltung Oberwasser – Unterwasser. Energie durch Höhendifferenz im Schauraum in Latschau statt.
Demnächst finder die Veranstaltung Oberwasser – Unterwasser. Energie durch Höhendifferenz im Schauraum in Latschau statt. ©Montafoner Museen
Vortrag mit Mag. Walter Zirker Dienstag, 24. April 2012, 20 Uhr Schauraum Lünerseewerk, Latschau

Bereits seit dem Mittelalter war im Montafon die Wasserkraft für viele Arbeitsabläufe in Gewerbe und Handwerk von wesentlicher Bedeutung. Wassergetriebene Laufräder wurden in einfacher Weise für den mechanischen Antrieb von Geräten genutzt. Kleine und größere Wasserläufe, teilweise künstliche Mühlbäche trieben Mühlen, Sägen, Hanfreiben, Lodenwalken, Flachsstampfen, Schmiedehämmer, Ölpressen, Gips- und Papiermühlen und Alpbutterrührfässer an. So bestanden um die Mitte des 19. Jahrhunderts mindestens 200 mechanische Kraftanlagen im Montafon.
Das von Werner von Siemens 1866 entdeckte dynamo-elektrische Prinzip ermöglichte mittels Turbine und Generator die Umwandlung von Wasserkraft in elektrischen Strom. Mit der Erzeugung und praktischen Anwendung von elektrischer Energie wurden völlig neue Möglichkeiten eröffnet, die das menschliche Leben in unabsehbarer Weise veränderten. Um 1890 entstanden im Montafon die ersten lokalen Kraftwerke, die erst zur Lichterzeugung und dann auch zum Betrieb verschiedenster Maschinen und Haushaltsgeräte Strom erzeugten. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche gewerbliche und kommunale Kleinkraftwerke entlang der Ill und seiner Nebenflüsse errichtet.
Die Nutzung der Wasserkräfte durch die Vorarlberger Illwerke AG seit den 1920er Jahren in Großkraftwerken bedeutete eine grundlegende Änderung der Energiegewinnung. Mit der Errichtung des Vermuntwerkes begann der systematische Ausbau der Wasserkräfte in einem neuen industriellen Maßstab der das Montafon nachhaltig veränderte. Die Errichtung der Werke Obervermunt, Rodund I und Latschau optimierten die Wassernutzung. In diesem Zusammenhang muss auch auf den forcierten Ausbau der Wasserkräfte während der Kriegsjahre hingewiesen werden, der unter starker Heranziehung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen erfolgte. In den folgenden Jahrzehnten entstanden weitere Kraftwerke, u. a. Lünersee, Walgau, Kops II sowie mehrere Beckenanlagen die eine optimale Ausnutzung des gefassten Wassers ermöglichen.
Die Nutzbarmachung der Wasserkräfte hat das Montafon zu einer der bedeutendsten Stromerzeugungsregionen in Mitteleuropa gemacht.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Vorarlberger Illwerke AG im Rahmen einer Vortragsreihe zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Montafons im 19. und 20. Jh. statt – im Herbst/Winter 2012 wird diesbezüglich der nächste Band in der Buchreihe “Montafoner Geschichte” erscheinen.

Bereits veröffentlicht:
Band 1 Rollinger/Rollinger: Montafon 1. Mensch – Geschichte – Naturraum. Die lebensweltlichen Grundlagen. 2005 ( € 44,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert)
Band 2 Rollinger: Montafon 2. Besiedlung – Bergbau – Relikte. Von der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters. 2009 ( € 46,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert)

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