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Oberösterreicher zum zweiten Mal "sub auspiciis" promoviert

Bundespräsident Heinz Fischer (l.) gratuliert Bruno Schneeweiss.
Bundespräsident Heinz Fischer (l.) gratuliert Bruno Schneeweiss. ©APA
Nur die wenigsten Studenten erfüllen die Kriterien zur "Promotio sub auspiciis Praesidentis". Der oberösterreichische Arzt Bruno Schneeweiß hat es gleich zwei Mal geschafft, die strengen Voraussetzungen für die Auszeichnung zu erfüllen. Heute, Montag, wird er, zusammen mit sechs weiteren Absolventen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 647. Jahrestag der Gründung der Universität Wien von Bundespräsident Heinz Fischer geehrt.

Nach dem hervorragenden Abschluss seines Medizinstudiums im Jahr 1980 schloss Schneeweiß nun das Studium der Gräzistik ausschließlich mit “Sehr Gut” ab. Sowohl ein sehr guter Erfolg in allen Oberstufenklassen, die Matura mit Auszeichnung, ein “Sehr Gut” auf sämtliche Teilprüfungen im Studium und Bestbeurteilungen bei der Dissertation – das sind die Voraussetzungen, um den Ehrenring vom Bundespräsidenten überreicht zu bekommen. Bisher war es erst fünf von insgesamt 1.042 herausragenden Promovenden gelungen, in jeweils zwei Fächern sub auspiciis promoviert zu werden. Dass er nun der sechste derart Geehrte ist, “freut mich”, so Schneeweiß im Gespräch mit der APA.

Griechischstudium “aus reinem Interesse”

Mit “besonderem Stolz” erfüllt den Leiter der Internen Abteilung im LKH Kirchdorf an der Krems (OÖ) die Auszeichnung allerdings nicht. Der Ansporn, neben seiner Tätigkeit als Arzt auch das Griechischstudium zu absolvieren, komme “aus reinem Interesse seit früher Jugend”. Um zu dem Studium zugelassen zu werden, holte er 1999 am Stiftsgymnasium Schlierbach sogar die Matura im Fach Griechisch nach.

“Mich interessieren vor allem die Inhalte dieser Schriften”, so der Mediziner, der seine Dissertation über den “Platonischen Timaeus” schrieb. Dabei handle es sich “um ein zentrales Werk der griechischen Philosophie”, das sich mit der Entstehung der Welt beschäftigt. Der Text sei in einem “sehr schweren Griechisch” geschrieben, das “bisher nicht richtig verstanden” wurde. Berühmte Philologen wären etwa der Meinung gewesen, dass Platon “da schon wahnsinnig geworden” wäre. Der Mediziner konnte zeigen, dass das Werk auch viele medizinisch-biologische Aspekte behandelt, “die völlig der heutigen Meinung entsprechen”.

“Mein Interesse an diesen alten Sprachen ist aber nicht auf medizinische Themen beschränkt”, dem Arzt hat es auch die Lyrik angetan. Schneeweiß lehrt neben seiner ärztlichen Tätigkeit an der Medizin-Uni Wien und der Technischen Universität (TU) Wien und studiert an der Uni Wien berufsbegleitend Latinistik. Auch mit diesem Studium sei er “nahezu fertig”.

Bologna-Prozess macht Studium neben Arbeit schwieriger

Dass es im Zuge des Bologna-Prozesses – in dem Studien immer verschulter werden – schwieriger werden wird, neben dem Beruf zu studieren, bedauert Schneeweiß. “Man sollte auch Möglichkeiten für berufsbegleitendes Studieren eröffnen und ermöglichen”, so der Mediziner.

Schneeweiß wurde in 1955 in Steyr geboren und maturierte 1975 an der HTL ebenda. 1980 schloss er das Studium der Medizin an der Universität Wien ab und wurde “sub auspiciis” promoviert. Anschließend war er an der I. Medizinischen Universitätsklinik Wien als Assistenzarzt tätig. 1990 habilitierte er sich im Fach Innere Medizin, 1997 erfolgte die Ernennung zum außerordentlichen Universitätsprofessor. Seit 1993 ist Schneeweiß Leiter der Internen Abteilung im LKH Kirchdorf an der Krems.

Vorarlberger ausgezeichnet

Neben Schneeweiß wurden der aus dem Burgenland stammende Jonathan Eckhardt (Mathematik), die gebürtige Steirerin Sandra Mayer (Anglistik), die Tiroler Eleonore Faber (Mathematik) und Jakob Liebl (Physik), der Vorarlberger Christian Hilbe (Mathematik) und der Wiener Otto Fritscher (Geschichte) “sub auspiciis” promoviert. Am Freitag (16.3.) folgt an der Universität Innsbruck bereits die nächste “Promotion sub auspiciis”: dort werden sechs Studierende im Beisein von Bundespräsident Fischer promoviert.

(APA)

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