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Oberösterreich beginnt kommende Woche mit dritter Impfung

Impfauffrischung zuerst für Risikopersonen
Impfauffrischung zuerst für Risikopersonen ©APA/GEORG HOCHMUTH
In Oberösterreich kommen die dritten Stiche für Geimpfte ab der kommenden Woche. Da zu Jahresbeginn mit der Immunisierung in den Alters- und Pflegeheimen begonnen wurde, sind diese auch wieder als erste dran. Sie können die Impfstoffe nach Bedarf bestellen. Das berichtete Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) als Gesundheitsreferentin in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz.

Das Land bereite auch in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz wieder Impfstraßen sowie die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten für die Auffrischungsimpfungen vor. Für diese gebe es nun genaue Empfehlungen - je nach Risiko, Alter und Erstimpfstoff - zwischen sechs und neun Monate nach der Vollimmunisierung. Bei der Information der Geimpften sieht Haberlander die Österreichische Gesundheitskasse im Interesse ihrer Versicherten in der Pflicht. Auch die Krankenhäuser sollten ihre Patienten darauf hinweisen: "Jetzt wäre es soweit".

Eine Imas-Umfrage im Auftrag des Landes von 21. Juli bis 9. August mit 1.105 Personen ab 16 zu Motiven für oder gegen eine Corona-Impfung ergab, dass nur sieben Prozent der Oberösterreicher nicht geimpft sind aber Interesse daran haben. 22 Prozent sind nicht geimpft und ohne Interesse - also etwa drei von vier Nichtimmunisierten. Überdurchschnittlich vertreten sind in dieser Gruppe Junge, weiters Frauen zwischen 30 und 50, sowie Personen mit einfacherer formeller Schulbildung. Nicht erhoben werden konnten in der Umfrage die Meinungen von Menschen, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Als Sorgenthemen durch die Coronakrise wurden von Nichtgeimpften ohne Interesse vor allem bleibende Schäden und Probleme in der Gesellschaft, insbesondere unter Jugendlichen genannt. Danach auch eine negative wirtschaftliche Entwicklung. Nur gering ist hingegen die Sorge davor, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte oder vor einer Ansteckung mit dem Virus. Als Argumente gegen eine Impfung wurden vor allem angeführt: Kein Vertrauen zu dem Impfstoff - nicht ausreichend erforscht, Nebenwirkungen, Impfschäden, zu wenig Wirksamkeit, unbekannte Langzeitfolgen wie Unfruchtbarkeit. Ungeimpfte ohne Interesse lassen sich laut Umfrageergebnis auch nicht mit Gutscheinen, Gewinnspielen, Gratiskarten und niederschwelligen Impfmöglichkeiten locken.

39 Prozent, die angeben, sie seien nicht gut oder überhaupt nicht gut informiert, werden von den Meinungsforschern noch als Chance eingestuft, wenn zielgerichtet informiert werde. Keine Chance sehen sie hingegen bei acht Prozent der Nichtgeimpften, die erklärten: "Das Corona-Virus gibt es eigentlich nicht". Der ärztliche Direktor des Salzkammergutklinikums Tilman Königswieser, auch Mitglied des Krisenstabs, schilderte, dass es Angehörige von Covid-Patienten im Spital gebe, die fragen: "Jetzt sagen Sie mir, was mein Bruder hat". Es gebe aber auch Patienten, die dann bedauern: "Mein Gott, warum habe ich mich nicht impfen lassen!"

Königswieser betonte: Die im Krankenhaus Tätigen würden sich über Lob und Anerkennung für ihre Bemühungen um Corona-Patienten freuen, aber vor allem appellieren: "Wenn ihr uns helfen wollt, dann lasst euch impfen." Das Land Oberösterreich will seine Impfinformationskampagne und niederschwelligen Impfangebote erneut intensivieren.

(APA)

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