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Nur zwei Prozent der Pendlerpauschale gehen nach Vorarlberg

VCÖ fordert Bonus für Unternehmen, die Beschäftigten Öffi-Jobticket geben.
VCÖ fordert Bonus für Unternehmen, die Beschäftigten Öffi-Jobticket geben. ©DPA/Archivbild
Schwarzach. Vorarlbergs rund 170.000 unselbständig Erwerbstätige  haben relativ wenig von der Pendlerpauschale, wie eine aktuelle Analyse des VCÖ zeigt. Nur rund zwei Prozent der in Österreich geltend gemachten Pendlerpauschale gehen ins Ländle.

Der VCÖ setzt sich in einer Aussendung für eine umfassende Reform der Pendlerpauschale ein. Neben einer Einkommensobergrenze solle es auch verstärkte ökologische Anreize geben. Zudem fordert der VCÖ einen Bonus für jene Betriebe, die ihren Beschäftigten ein Öffi-Jobticket zur Verfügung stellen.

Rund zwölf Millionen gehen nach Vorarlberg

Die Vorarlberger haben vergleichsweise wenig von der Pendlerpauschale, macht der VCÖ aufmerksam. Nur rund zwei Prozent des Betrages, der für die Pendlerpauschale in Österreich geltend gemacht wird, gehen ins Ländle. Österreichs Gesamtausgaben für die Pendlerpauschale und für den Pendlereuro betragen rund 560 Millionen Euro pro Jahr, rund zwölf Millionen gehen nach Vorarlberg.

Bessere Siedlungsstruktur

“Vorarlberg hat eine bessere Siedlungsstruktur als der Österreich-Schnitt. Immerhin sechs von zehn Erwerbstätigen in Vorarlberg haben weniger als zehn Kilometer  in die Arbeit. Kürzere Arbeitswege sparen nicht nur Zeit, sondern verringern auch die Verkehrsprobleme und die Umweltbelastung durch den Verkehr”, erläutert VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Gutverdienende profitieren stärker

Die Pendlerpauschale wurde in den 70er-Jahren eingeführt, um Beschäftigten, die in der Region keinen Arbeitsplatz haben, eine Unterstützung für den längeren Arbeitsweg zu geben. Während früher vor allem einkommensschwache Personen Pendlerförderung erhielten, geht heute einiges an Pendlerförderung an Gutverdienende. Da die Pendlerpauschale die Lohnsteuerbemessungsgrundlage verringert, profitieren zudem Besserverdienende stärker als einkommensschwache Personen. “Die Pendlerförderung sollte wieder an die Ursprungsidee zurückgebracht werden. Eine Einkommensobergrenze soll möglich werden”, so VCÖ-Experte Gansterer.

Pendeln mit Auto stärker gefördert

Auch ökologische Anreize fehlen derzeit, bemängelt der VCÖ – im Gegenteil: Derzeit werde das Pendeln mit dem Auto stärker gefördert, nämlich bereits ab einem Arbeitsweg von zwei Kilometern, wenn es keine öffentlichen Verkehrsmittel in der Nähe gibt. Gibt es Öffentlichen Verkehr in der Nähe, bekommt man erst ab einem Arbeitsweg von 20 Kilometern Pendlerpauschale. “Immerhin jede vierte Strecke, die zurückgelegt wird, geht zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause. Wenn es für mehr Beschäftigte Anreize gibt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren, verringern sich die Staus und andere Verkehrsprobleme”, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Öffi-Jobticket: Bonus für Unternehmen

Ein wichtiger Anreiz ist das Öffi-Jobticket, erklärt der VCÖ. Unternehmen können dieses ihren Beschäftigten zur Verfügung stellen, ohne dass dafür Lohnsteuer und Sozialabgaben zu entrichten sind. Damit mehr Beschäftigte ein Jobticket erhalten, soll es für Betriebe einen Bonus geben, fordert der VCÖ. “Die Steuerreform-Kommission schlägt vor, dass der Arbeitgeber zehn Prozent der Kosten für die Jobtickets als Bonus erhält. Dieser Vorschlag ist voll zu unterstützen”, betont VCÖ-Experte Gansterer. (Wie man zum Öffi-Jobticket kommt, erfahren Beschäftigte und Arbeitgeber unter www.vcoe.at.) Darüber hinaus fordert der VCÖ einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine verkehrsparende Raumordnung.

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