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NR-Wahl: Desaströse Ergebnisse für ÖVP und SPÖ

Bregenz - In Vorarlberg haben bei der Nationalratswahl am Sonntag sowohl ÖVP als auch SPÖ historische Niederlagen eingefahren.  Stimmung im Landhaus 

Die ÖVP erreichte im vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahl 31,07 Prozent der Stimmen (minus 10,94 Prozentpunkte gegenüber 2006), womit das bisher schlechteste Nationalratswahl-Ergebnis seit 1945 (1995: 34,14 Prozent) unterboten wurde. Die SPÖ kam auf 14,46 Prozent (minus 4,05), was ebenfalls einen neuen Rekordtiefstand bedeutete. Die großen Gewinner im Ländle waren die anderen: Das BZÖ “explodierte” auf 13,21 Prozent (plus 10,00 Prozentpunkte), die FPÖ legte auf 16,67 Prozent (plus 5,75) zu, und auch die Grünen (16,31 Prozent; minus 0,14) präsentierten sich stark.

Die beiden Traditionsparteien ÖVP und SPÖ schnitten in Vorarlberg so schwach ab, dass sie zusammen nicht einmal 50 Prozent der Stimmen erreichten. FPÖ und BZÖ kamen gemeinsam auf knapp 30 Prozent Stimmenanteil und lagen nur noch rund einen Prozentpunkt hinter der Volkspartei.

Die ÖVP büßte in allen 96 Vorarlberger Gemeinden Zuspruch ein, sowohl auf dem Land wie auch im städtischen Gebiet bewegten sich die Verluste durchwegs im zweistelligen Prozentbereich. Da bildete auch die Heimatgemeinde von Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) – Höchst im Bezirk Bregenz – keine Ausnahme. Dort gingen 12,52 Prozentpunkte verloren.

Die SPÖ – in Vorarlberg seit jeher nicht mit Erfolgserlebnissen verwöhnt – konnte in sieben Kommunen prozentuell zulegen bzw. stabil bleiben, verlor aber etwa in der Landeshauptstadt Bregenz, einer ihrer Hochburgen, 6,01 Prozentpunkte (von 28,90 auf 22,89). Mit dem erreichten Resultat lagen die Sozialdemokraten in Vorarlberg nicht nur hinter der ÖVP, sondern auch hinter der FPÖ und den Grünen. Nur knapp konnten sie sich gegenüber dem BZÖ behaupten.

Das BZÖ seinerseits feierte einen Sensationserfolg: Die “Orangen” steigerten sich gegenüber der Nationalratswahl 2006 um genau zehn Prozentpunkte auf 13,21 Prozent. In Hörbranz (Bezirk Bregenz), der Heimatgemeinde des Spitzenkandidaten Christoph Hagen, erreichte das Bündnis 18,6 Prozent der Stimmen, in der Talschaft Montafon kamen die Orangen in St. Gallenkirch sogar auf 20,8 Prozent, in St. Anton auf 19,1 Prozent. Auch in weiteren Montafoner Gemeinden schnitt das BZÖ hervorragend ab und überholte die Traditionsparteien. In einer ersten Reaktion machte Landesgeschäftsführer Harald Kaufmann den Erfolg an Parteichef Jörg Haider fest.

Nach schwierigen Jahren kamen die Freiheitlichen in Vorarlberg am Sonntag wieder auf Platz zwei hinter der ÖVP, den sie schon bei diversen anderen Urnengängen inne gehabt hatten. Sie zeigten sich besonders in ihren traditionellen Hochburgen stark und erreichten in mehreren Gemeinden über 20 Prozent Stimmenanteil. Entgegen dem Trend auf Bundesebene konnten in Vorarlberg auch die Grünen ein erfreuliches Wahlergebnis verzeichnen. Mit 16,31 Prozent der Stimmen überholten die Grünen sogar die SPÖ, andererseits mussten sie aber die FPÖ knapp, aber doch an sich vorbeiziehen lassen. Auch die Grünen hatten – speziell im Bezirk Feldkirch – mehrere 20 Prozent-Kommunen.

Für die anderen Listen blieben nicht allzu viele Stimmen übrig. Fritz Dinkhauser kam auf 3,45 Prozent der Stimmen, das LIF auf 2,43 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 64,99 Prozent, womit sie gegenüber 2006 noch einmal um 5,05 Prozentpunkte zurückging. 2006 waren die Vorarlberger mit einer Wahlbeteiligung von 70,04 Prozent die “faulsten” Wähler Österreichs gewesen.

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