Nordkorea wirft USA und Südkorea Bedrohung des Friedens vor

Auftakt zur nordkoreanischen Messe für Verteidigungsentwicklung
Auftakt zur nordkoreanischen Messe für Verteidigungsentwicklung ©APA/AFP
Nordkorea wirft den USA und Südkorea eine Gefährdung des Friedens vor und rechtfertigt damit seine Aufrüstung. Die Führung in Pjöngjang verstärke ihr Militär nur zur Selbstverteidigung und nicht, um einen Krieg zu beginnen, sagte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un staatlichen Medienberichten vom Dienstag zufolge. Nordkorea müsse sich der feindlichen Politik der USA und der Aufrüstung Südkoreas entgegenstellen.

Kim äußerte sich den Berichten zufolge am Montag bei einer Rüstungsausstellung. Seine Äußerungen fallen zeitlich zusammen mit für Dienstag geplanten Gesprächen zwischen den Nationalen Sicherheitsberatern Südkoreas und der USA in Washington. Die Lage auf der Koreanischen Halbinsel ist seit langem angespannt, Nord- und Südkorea liefern sich einen Rüstungswettlauf. Zugleich stellten sie vergangene Woche ihre direkte Telefonverbindung wieder her, die Nordkorea Monate zuvor gekappt hatte.

Kim warf Südkorea vor, mit seiner Aufrüstung das militärische Gleichgewicht auf der Halbinsel zu gefährden und die militärische Instabilität und das Risiko zu erhöhen. Die Behauptungen der USA, sie seien Nordkorea gegenüber nicht feindlich eingestellt, seien angesichts ihrer Handlungen schwer zu glauben. Einzelheiten nannte Kim nicht.

Wie Bilder der nordkoreanischen Parteizeitung "Rodong Sinmun" zeigten, stand der Machthaber während seiner Rede neben einer ganzen Reihe von Waffen, darunter waren ballistische Interkontinentalraketen. Zu sehen war auch die "Hwasong-16", Nordkoreas größte Rakete dieses Typs. Sie wurde bei einer Militärparade vor einem Jahr präsentiert, bisher jedoch nicht getestet.

Nordkorea hat aber in jüngster Vergangenheit wiederholt Raketen getestet und damit gegen UNO-Auflagen verstoßen. Südkorea feuerte unlängst erstmals von einem U-Boot eine ballistische Rakete ab und plant den Bau neuer Waffen und Flugzeugträger. Zudem kaufte Südkorea bei seinem Verbündeten USA Tarnkappen-Kampfjets vom Typ F-35.

Die Aufrüstung verschärft die ohnehin großen Spannungen zwischen den beiden Staaten, die nach Ende des Korea-Krieges (1950 bis 1953) zwar einen Waffenstillstand geschlossen haben, sich faktisch aber immer noch im Krieg befinden. Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Suh Hoon wollte im Laufe des Tages mit seinem US-Kollegen Jake Sullivan über die Lage auf der Halbinsel beraten. Bei seiner Ankunft in Washington sagte Suh am Montag, er wolle den Vorschlag des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in besprechen, den Krieg zwischen beiden koreanischen Staaten nun formell für beendet zu erklären. Außerdem solle Moons Vorschlag zufolge eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea geprüft werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Die US-Regierung hat versichert, sie sei jederzeit zu diplomatischen Gesprächen mit Nordkorea bereit. Doch das weitgehend isolierte Land ist daran nicht interessiert, solange die USA ihre Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea und ihre militärischen Aktivitäten in Südkorea aufrechterhalten.

(APA/Reuters)

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