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Nordkorea hat Atomwaffen

Nordkorea hat nach amerikanischen Angaben den Besitz von Atomwaffen zugegeben und für sich das Recht beansprucht, diese zu testen, zu exportieren und einzusetzen.

Ob dies geschehe, hänge vom Verhalten der USA ab, verlautete aus Washingtoner Regierungskreisen unter Berufung auf Berichte von Unterstaatssekretär James Kelly vom US-Außenministerium, der am Donnerstag in Peking mit einer nordkoreanischen Delegation zusammengetroffen war. Die Gespräche wurden am Freitag informell fortgesetzt, teilte die US-Botschaft in Peking mit.

US-Präsident George W. Bush warf Pjöngjang vor, wieder zum „Spiel der Erpressung“ zurückgekehrt zu sein. Bush betonte, eines seiner Ziele sei der Kampf gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und des Materials zu deren Herstellung. Dabei wisse er auch China inzwischen an seiner Seite. Er sei jetzt gespannt darauf, wie China darauf reagiere, von Pjöngjang „zurückgewiesen“ worden zu sein.

Südkoreanische Experten sprachen von einem Bluff Pjöngjangs: „Da ist ein Element des Bluffens in den Äußerungen Nordkoreas“, sagte Park June Young von der Seouler Ewha-Universität. „Wenn Nordkorea verhandelt, geht es bis an die Grenzen und testet die Gegenseite, bevor es eine dramatische Kehrtwende macht.“ Ko Yoo Hwan von der Seouler Dongkuk-Universität sagte, wenn Nordkorea einräume, Atomwaffen zu besitzen, spiele es seine letzte Karte aus. US-Außenminister Colin Powell sagte, alle Versuche Nordkoreas, die USA einzuschüchtern, würden scheitern.

Kelly hat den Washingtoner Angaben zufolge berichtet, dass der nordkoreanische Delegationsleiter Ri Gun nach den eigentlichen Gesprächen bei einem privaten Treffen über das Atomprogramm Pjöngjangs erklärt habe, Nordkorea habe Atomwaffen. Kelly und der chinesische Außenamtssprecher Liu Jianchao wollten sich in Peking dazu nicht äußern. Weiter hieß es, bei den offiziellen Gesprächen zuvor habe Ri gesagt, alle 8.000 verbrauchten nuklearen Brennstäbe Nordkoreas seien wieder aufgearbeitet worden. Sollte das stimmen, könnte das kommunistische Land sechs bis acht Atomwaffen zusätzlich zu den beiden Nuklearwaffen bauen, die es nach US-Einschätzung bereits hat.

Ein Atom-Fachmann in Seoul, Kang Jungmin, sagte, Nordkorea könne unmöglich 8.000 Brennstäbe aufgearbeitet haben. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Wiederaufbereitungsanlage in Betrieb genommen worden sei. Nach dem Anlaufen der Anlage würde es vier bis fünf Monate dauern, die Brennstäbe wieder aufzubereiten. Bei diesem Prozess werde das chemische Element Krypton 85 freigesetzt, das von US-Satelliten und Aufklärungsflugzeugen mit Infrarotkameras nachgewiesen werden könne

Auch der Gewährsmann in Washington sagte, nach Informationen des US-Geheimdienstes CIA habe die Wiederaufarbeitung noch nicht begonnen. Die Diskrepanz zwischen den Angaben Ris und des CIA bedeute, dass der nordkoreanische Delegationsleiter entweder die Unwahrheit gesagt habe oder die Vereinigten Staaten eine große Geheimdienstpanne erlitten hätten.

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