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Nordkorea droht mit Atomwaffen

Süd- und Nordkorea bewegen sich nach dem Abbruch ihres Dialogs 2004 wieder aufeinander zu. Aber: Im Angriffsfall wird Nordkorea "militärische Abschreckungskräfte mobilisieren und Aggressoren auslöschen".

Bei dem ranghöchsten Treffen seit Jahren vereinbarten der südkoreanische Ministerpräsident Lee Hae Chan und der Vorsitzende des Präsidiums der Obersten Volksversammlung in Nordkorea, Kim Yong Nam, am Samstag, die Regierungsgespräche wieder aufzunehmen, hieß es aus Seouler Delegationskreisen. Die beiden Politiker waren bei dem Asien-Afrika-Gipfel in Jakarta zwei Mal zusammengetroffen.

„Nach dem Grundsatz der Koexistenz ist es Nordkoreas feste Position, den innerkoreanischen Dialog zu verwirklichen,“ wurde Kim in den Medien zitiert. Kim ist in seiner Funktion auch protokollarisches Staatsoberhaupt und die Nummer Zwei hinter Machthaber Kim Jong Il.

Der südkoreanische Vizeaußenminister Lee Tae Shik sagte in Jakarta, Nordkoreas Einstellung zur Fortsetzung der innerkoreanischen Ministergespräche über eine Verbesserung der Beziehungen sei „positiv“. Nordkorea hatte im Juli 2004 verärgert auf die Aufnahme von Hunderten von nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea reagiert und später bereits geplante Gespräche boykottiert.

An die Adresse der USA gewandt drohte Nordkorea am Sonntag erneut mit dem Ausbau seines Atomwaffenarsenals und dem Einsatz von Nuklearwaffen im Falle eines Angriffs. Der nordkoreanische Generalstabschef Kim Yong Chun warnte nach Berichten der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA die USA, im Falle eines Angriffs werde Nordkorea „seine über Jahre aufgebauten militärischen Abschreckungskräfte mobilisieren und die Aggressoren bis auf den letzten Mann auslöschen“.

„Die Armee und die Bevölkerung der Volksrepublik werden niemals passive Beobachter der US-Absichten sein, die Volksrepublik zu isolieren und in die Knie zu zwingen, sondern ihre nukleare Abschreckung als Selbstverteidigung stetig verstärken.“ Kim sprach am Vortag des 73. Gründungstags der Volksarmee. Nordkorea hat die USA wiederholt beschuldigt, das Regime in Pjöngjang stürzen zu wollen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Donnerstag angekündigt, dass Washington den UNO-Sicherheitsrat wegen möglicher Sanktionen gegen Nordkorea anrufen könne, sollte sich Pjöngjang weiter den Sechs-Nationen-Gesprächen über sein Atomprogramm verweigern. Der US-Chefunterhändler mit Nordkorea, Christopher Hill, hielt sich am Sonntag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul auf. Im Zuge seiner Bemühungen für die Wiederaufnahme der Atomgespräche wollte er auch nach Peking und Tokio reisen.

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