Noch nicht alle spüren Krise

Bregenz - 69 heimische Unternehmen (von 212 befragten) erachten Kostensenkungen als effizienteste Strategie, um die seit letztem Herbst grassierende Krise möglichst unbeschadet zu durchtauchen.

Und immerhin 64 gaben an, auf Marktentwicklung und Verkaufsankurbelung zu setzen, um der Flaute den Kampf anzusagen. Andererseits kommt von einem Viertel der befragten Betriebe die – überraschende – Rückmeldung, die „Krise noch gar nicht registriert“ zu haben.

So weit einige Ergebnisse einer aktuellen Trendstudie der Götzner Unternehmensberatung Steiner, die von der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Ländle-Wirtschaftskammer in Auftrag gegeben und heute in Bregenz von Studienautor Herbert Steiner und UBIT-Fachgruppenobmann Christian Bickel präsentiert wurde. Bickel zu letzterer Befragten-Reaktion: „Diese Einschätzung hat uns schon verblüfft. Entweder ist die schlechte Wirtschaftslage tatsächlich noch nicht bei allen Branchen ,angekommen’, oder aber diese Unternehmer wiegen sich in trügerischer Sicherheit.“ Er könne gerade jenen Befragten, die jetzt noch „Entwarnung“ geben, nur empfehlen, „nicht erst dann nach dem externen Berater zu rufen, wenn bereits Feuer am Dach ist, sondern sobald erste Abnormitäten oder Umsatzrückgänge auf ,Sand im Gebriebe’ hinweisen“. Den Berater nicht beizuziehen, weil der „zu teuer“ komme, halte sich vor allem bei jenen Klein- und Mittelbetrieben (KMU) hartnäckig als Vorurteil, die noch nie mit Beratern zu tun hatten. Dabei sei es ein Leichtes, sich z. B. bei Branchenkollegen mit Berater-Erfahrung oder bei der Fachgruppe, natürlich unverbindlich, auch über diesen Aspekt des Aufwandes zu informieren.

Herbert Steiner mutmaßt, dass „viele, die noch nie Kontakt mit Beratern hatten, sich gar keine Vorstellung machen, welchen Nutzen das Abrufen von externem Knowhow und auch der externe Blick in ihr Unternehmen stiften könnten“. Auch die attraktiven Fördermodelle fürs Lukrieren von externer Beratung, vom Land und anderen Anbietern, seien noch viel zu wenig bekannt. „Generell ist aber zu sagen, dass Vorarlberger Unternehmen, verglichen mit anderen Bundesländern oder auch mit der Schweiz, eine hohe Quote an Beratungsleistung aufweisen“, sieht Steiner dies auch in vielen Initiativen von Kammer und Fachgruppe begründet.

 

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