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Niederländische Reisewarnung für Wien und Innsbruck

Wer aus Innsbruck oder Wien in die Niederlande zurückreist, muss in Quarantäne
Wer aus Innsbruck oder Wien in die Niederlande zurückreist, muss in Quarantäne ©APA
Die niederländische Regierung hat am Dienstag eine Reisewarnung für Wien und die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ausgesprochen. Wer von dort in die Niederlande zurückreist, muss ab sofort für zehn Tage in häusliche Quarantäne, heißt es in den aktualisierten Reisehinweisen der niederländischen Regierung. Grund dafür seien die gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen. Ausdrücklich rät die niederländische Regierung aber nicht von Reisen in andere Teile Österreichs ab.

"Sie können, mit Ausnahme der Hauptstadt Wien und der Stadt Innsbruck, für Urlaubsreisen nach Österreich fahren, aber bleiben Sie wachsam", heißt es in den Reisehinweisen wörtlich. So sei etwa auch die Benutzung der Flughäfen Wien-Schwechat und Innsbruck möglich, ohne dass man unter die Quarantänepflicht fällt. Damit können Tiroler Skigebiete weiter auf niederländische Gäste hoffen.

Österreich ist bei niederländischen Skiurlaubern sehr beliebt. Die niederländische Königsfamilie verbringt ihren jährlichen Skiurlaub im Vorarlberger Lech am Arlberg.

Innsbruck zählt schon seit Tagen zu den Gebieten mit den höchsten Corona-Neuinfektionen Österreichs. Mit einem Sieben-Tages-Wert von 136,25 Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt die Tiroler Landeshauptstadt aktuell an der Spitze aller Bezirke Österreichs, vor dem Bundesland Wien mit 113,73. Allerdings ist die Zahl der aktiven Coronafälle in Innsbruck seit Montag von 285 auf 225 Personen gesunken, wie es von den Behörden am Dienstag gegenüber der APA hieß. Auch in Wien ist die Zahl der Neuinfektionen jüngst etwas zurückgegangen.

Vor den Niederlanden hatten bereits Deutschland, Dänemark und Belgien coronabedingte Reisewarnungen für Österreich oder die Hauptstadt Wien verhängt. Deutschland und Belgien warnen vor Reisen nach Wien, Dänemark vor Reisen nach ganz Österreich. Die niederländische Reisewarnung betrifft nun erstmals spezifisch einen Teil Österreichs außerhalb Wiens.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) findet die niederländische Reisewarnung für die Tiroler Landeshauptstadt "sehr bedauerlich". Gleichzeitig hoffte der Stadtchef, dass die Maßnahme bald wieder der Vergangenheit angehört. "Ich bitte die niederländischen Verantwortlichen, die Warnung wieder aufzuheben, sobald es die Corona-Zahlen nicht mehr hergeben", sagte Willi am Dienstag im APA-Gespräch.

Man werde sich jedenfalls vonseiten der Stadt "sehr anstrengen", versicherte der Bürgermeister. Auf die Frage, ob er die Reisewarnung angesichts der momentan vorliegenden Zahlen für gerechtfertigt hält, meinte Willi: "Ich muss das zur Kenntnis nehmen".

Die meisten Fällen könne man ganz klar gewissen Clustern zuordnen, so Willi. Auch weise man - insbesondere auch im Tourismusbereich - eine "extrem hohe Testquote" auf: "Wir sind sehr gut vorbereitet". Zudem stelle er sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll sei, eine Reisewarnung auf eine im europäischen Kontext "sehr kleine Stadt" wie Innsbruck herunterzubrechen. 

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) appellierte unterdessen vor Journalisten in Wien an die Bevölkerung "alles zu tun, damit sich die Infektionskurve wieder abflacht". "Das ist für uns eine schwierige Situation."

Die seit Beginn dieser Woche wieder verschärften Corona-Maßnahmen - die Ausweitung der Maskenpflicht auf den gesamten Handel und nun auch wieder die Gastronomie sowie die Beschränkungen der Personenzahl auf zehn bei Feierlichkeiten - sollten eingehalten werden, "damit wir es in den nächsten Wochen schaffen, dass die Reisewarnungen wieder aufgehoben werden", so die Ministerin.

"Das ist wichtig, damit wir Österreich als sicheres Urlaubsland positionieren können", betonte Köstinger. Vor allem durch die Reisewarnung Deutschlands hätten "sehr viele Urlauber Reisen storniert - das gilt nicht nur für Wien, sondern für ganz Österreich", berichtete die Ministerin. "Wir sind eine Top-Urlaubsdestination weltweit und sind nun in der Coronakrise in voller Härte getroffen", so Köstinger weiters. Der heimische Tourismus trage rund 15 Prozent zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei.

(APA)

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