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"Nichts für schwache Nerven"

Post Bregenz und Alpla HC Hard trennten sich in der Handball Liga Austria 22:22.[12.3.2000]

Nichts für schwache Nerven war das Schlagerspiel im Meister-Playoff der Handball Liga Austria zwischen HC Post Bregenz und Alpla HC Hard. Wie blank die Nerven bei den Mannschaften lagen, zeigte sich zwei Sekunden vor Ende der Partie, als ein völlig frustrierter Gäste-Goalie Anders Mattsson den Bregenzer Tamer Cirit tätlich attackierte und dafür die rote Karte sah. Eine verständliche und durchaus menschliche Reaktion, wenn man den Spielverlauf der rassigen Begegnung betrachtet.

Die Harder begannen wie aus der Pistole geschossen und überrannten die heillos überforderten Hausherren förmlich. Nach elf Minuten lautete der Spielstand bereits 7:0 (!) für die Teufel, erst Tissy Günther vermochte Sekunden später den Abwehrriegel der Mannschaft um Trainer Niels Möller erstmals zu knacken – am Spielverlauf änderte dieser Treffer aber nichts. Im Gegenteil, angetrieben vom überragenden Spielmacher Ole Nielsen steigerten sich die Harder in einen wahren Spielrausch, nützen das Chaos in der Bregenzer Mannschaft – ausgelöst durch das verletzungsbedingte Fehlen von Spielertrainer Bruno Gudelj – eiskalt aus, und bauten den Vorsprung gar auf neun Tore (21. Minute) aus.

Nur langsam fingen sich Postler und kamen bis zur Pause zumindest auf sieben Tore heran. Nach dem Wechsel schien es zuerst in der selben Tonart weiter zu gehen wie in Durchgang eins. Die Gastgeber steckten aber nicht auf, holten ab der 41. Minute sukzessive auf. Und mit der Aufholjagd der Hausherren bröckelte das Selbstvertrauen der Gäste immer weiter ab. Dennoch gelang es Graf und Co. bis zur 55. Minute einen Drei-Tore-Vorsprung (22:19) zu halten, kaum einer zweifelte mehr daran, dass dem Alpla-Werksteam endlich der erste Derby-Erfolg in dieser Saison gelänge.

Doch in einer atemberaubenden Schlussphase, Hards Medini sah nach einem schweren Foul an Radojicic rot, belehrte Bregenz-Schafschütze Darko Galic die rund 1200 Zuschauer und den HC Hard eines Besseren, schoss sein Team mit drei Treffern in Serie, den letzten zwei Sekunden vor Schluss (!), noch zu einem 22:22-Remis und sorgte dafür, dass die Möller-Truppe einen Big Point ausließ und Anders Mattsson ausrastete.

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