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Nichtraucherschutz in Bregenz

Raucherecke vor dem Goldenen Hirschen
Raucherecke vor dem Goldenen Hirschen
Seit 1. Jänner darf im „Goldenen Hirschen“ nicht mehr geraucht werden.

Bregenz. „Ich war gestern Abend im ,Goldenen Hirschen‘. Welch Überraschung – endlich sind die Stinker weg” schreibt Alex Wirth im VN-Bürgerforum und erhält Rückendeckung durch Hermann Thüringer: „Das ist eine erfreuliche Nachricht, denn jetzt gehe ich auch wieder in den Hirschen” – auch Wolfgang Allgeuer will wieder in den „Goldenen Hirschen” gehen. Siegi Gugele und Michael Striebl lassen die Nichtraucher hoch leben und: „Vor allem ein Bravo an den ,Goldenen Hirschen‘”, lobt Herbert Burtscher den Wirt.

Schwere Entscheidung

So begeistert die Nichtraucher auch darüber sind, dass in diesem Bregenzer Traditionslokal nicht mehr geraucht werden darf, für den Wirt, Herbert Drobez, war es eine schwere Entscheidung, die mit Umsatzeinbußen verbunden ist: „Das Haus ist denkmalgeschützt – ich darf also keine bauliche Veränderungen vornehmen. Und weil das Lokal größer als 80 Quadratmeter ist, blieb mir nichts anderes übrig, als das Rauchen zu verbieten”.

Viele Gäste bleiben aus

Die Erfahrungen nach den ersten drei Wochen Rauchverbot: „Mir bleiben Jasserrunden weg, die seit 30 Jahren Stammgäste waren. Die Turner, Fußballer und Saunisten, die früher abends noch auf einen Sprung bei mir vorbeigeschaut haben, sind bisher auch weggeblieben. Es ist ruhig geworden bei mir im Lokal, am Abend”, meint Drobez.

Dass ein rauchfreies Gasthaus auch seine Schattenseiten hat, ist sowohl Alex Wirth, wie auch Hermann Thüringer klar: „Leider ist es in Österreich immer noch so, dass es Raucherlokale gibt. Das Gesetz bevorzugt klar eine bestimmte Gruppe von Lokalen, da nur die ganz kleinen entscheiden können, ob sie Nichtraucher- oder Raucherlokal sein wollen. Lokale wie der ,Goldene Hirschen‘ schauen durch die Finger, da die historische Bausubstanz nicht verändert werden darf und das Lokal gerade ein wenig zu groß ist”, schreibt Alex Wirth.

Klare Entscheidung

„Der Gesundheitsminister plus Regierung haben nicht den Mut, eine klare Entscheidung zu treffen, wie sie in einigen europäischen Ländern längst gefällt wurde. Deren Argumentation, dass die Menschen frei und selbstverantwortlich entscheiden sollen, ist grundsätzlich unehrlich. In Italien war die Nichtraucher-Verordnung vom ersten Moment an überhaupt kein Thema. Spanien schließt sich an. Fairness und Chancengleichheit unter den Wirten ist erst hergestellt, wenn ausnahmsloses Rauchverbot herrscht”, so Hermann Thüringer.

Kein Wunder, dass Herbert Drobez überlegt, das Lokal nach der Festspielsaison zu schließen und in Pension zu gehen. FST

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