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"Nicht nur die Jugend in die Mangel nehmen": Fridays-Aktivist zur Pipeline

So denkt man bei Fridays For Future über die Pipeline-Thematik.
So denkt man bei Fridays For Future über die Pipeline-Thematik. ©VOL.AT/Mayer, Leserreporter
Feiernde Jugendliche an der Pipeline sorgen für Wirbel. Johannes Hartmann von Fridays For Future über die Situation, das Thema Müll und Schuldzuweisungen.
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Wenn es um die Pipeline in Bregenz geht, werden oft Jugendliche im selben Atemzug genannt. Sie treffen sich dort, feiern und verbringen Abends Zeit am frei zugänglichen Bodenseeufer. Schön und gut. Gäbe es nicht schwarze Schafe, die Lärm verursachen und Glas- und Müll zurücklassen.

Im VOL.AT-Interview erklärt Johannes Hartmann seine Sicht auf die Situation in der Landeshauptstadt. Der 25-jährige Klimaaktivist ist Sprecher von Fridays For Future Vorarlberg.

Johannes Hartmann bei einer Kundgebung. Bild: handout/Privat

VOL.AT: Was sagt ihr von Fridays For Future Vorarlberg zur Situation an der Pipeline?

Johannes Hartmann: Die Jugend hatte während der Pandemie immer niedrigste Priorität. Dass Jugendliche jetzt auch die Möglichkeit brauchen wieder zu feiern und sich mit Freund*innen zu treffen ist klar. Konsumfreie Räume wie die Pipeline müssen den jungen Menschen dafür zur Verfügung stehen. Es kann auch nicht sein, dass Jugendliche sich nur an Orten wie Bars oder Cafés treffen können, wo sie ihr ganzes Taschengeld liegen lassen müssen.

VOL.AT: Wie ist das Thema Müll am Bodenseeufer zu sehen?

Hartmann: Dass es ein Problem gibt mit Müll am Bodenseeufer ist klar. Wenn Politiker*innen sich dann aber nur über die Jugend aufregen, schieben sie ihre Verantwortung von sich. Eine Maßnahme, die dem Müllproblem entgegenwirken würde, wäre zum Beispiel ein Pfand auf Dosen, wie in vielen anderen Ländern üblich. Da sind unsere Politiker*innen gefragt, solche Maßnahmen umzusetzen.

VOL.AT: Bei euch engagieren sich viele Jugendliche fürs Klima und dann gibt's solche, die an der Pipeline feiern und Müll zurücklassen - was sagt ihr dazu?

Hartmann: Das Bedürfnis der Jugend nach Party und sozialen Kontakten mit Klima- und Umweltschutz zu vereinen ist eine Aufgabe der Politik. Klar haben wir alle noch was zu lernen aber die Jugend jetzt alleine für das Problem an der Pipeline verantwortlich zu machen? Damit ziehen sich unsere Politiker*innen aus der Verantwortung und das Problem bleibt ungelöst. Wenn sie ernsthaft etwas an der Lage verändern möchten, müssen Maßnahmen gesetzt werden, die solchen Problemen tatsächlich entgegenwirken und nicht nur die Jugend in die Mangel nehmen.

VOL.AT: Hättet ihr vielleicht noch einen kurzen Appell an Jugendliche?

Hartmann: Ein Appell von uns an Jugendliche ist ja zugleich auch ein Appell an uns selbst: Lassen wir uns nicht darauf ein, die Schuld an Problemen wie dem Müll an der Pipeline zwischen den Generationen hin- und herzuschieben, sondern setzen wir uns für wirksame politische Lösungen ein!

(VOL.AT)

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