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Nicht ins Wasser gefallen

Offizieller Auftakt von Essbare Stadt Dornbirn
Offizieller Auftakt von Essbare Stadt Dornbirn ©Andrea Blum | Die Quertexterin
Der offizielle Auftakt und das Gartenfest im Pilotgarten im Kulturhauspark der Initiative Essbare Stadt Dornbirn fiel nicht ins Wasser – obwohl das Wetter erst ganz danach aussah.
Offizieller Auftakt von Essbare Stadt Dornbirn

Dornbirn. Bereits in den frühen Morgenstunden des 10. Mai waren die Ehrenamtlichen am Aufbauen und trotzten dem Dauerregen. Zur Freude aller Beteiligten brachte die Bürgermeisterin Andrea Kaufmann durch ihren Besuch vor Ort im Garten ihre Wertschätzung den engagierten Bürgern der Stadt entgegen: „Ich bin begeistert, dass die Zusammenarbeit klappt. Auf diesem Wege können wir miteinander noch viel bewegen.“ Das Stadtoberhaupt meinte weiter: „Wir möchten die Parks beleben. Sie sollen genutzt werden.“ Bei einer Gartenführung konnte sie sich gemeinsam mit dem Leiter der Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH, Herbert Kaufmann und Vertretern der Stadt Dornbirn über den aktuellen Stand der Dinge informieren. „Es ist schön, wenn ich durch den Park spaziere und es ist immer was los. Ich sehe die unterschiedlichsten Menschen beim Werkeln und das Gedeihen der Pflanzen“, steht Christina Timmerer von der Verkehrs- und Stadtplanung der Stadt Dornbirn wohlwollend der privaten Initiative gegenüber.

Gelebtes Miteinander

Auch Alfons Meindl von der Katholischen Kirche, der den Gemeinschaftsgarten in Haselstauden initiiert hat, stattet dem engagierten Kernteam einen Besuch ab. Die Essbare Stadt Dornbirn startet bereits mit einer ordentlichen Größe und darf wachsen, sind sich die Menschen vor Ort einig. Obwohl für so Manchen noch nicht ganz klar ist, wie das ganze denn nun genau abläuft und langfristig gedacht ist. Bei einem Vernetzungstreffen in Deutschland hätten zudem Verantwortliche der Essbaren Stadt Andernach, die als Vorbild für Dornbirn gesehen wird, zugesagt nach Dornbirn zu kommen. Für einen Austausch und die Weiterentwicklung. „Es war und ist viel ehrenamtliche Arbeit, die dahinter steckt. Es hat sich allerdings gelohnt. Vor allem, wenn ich die Kinder im Garten beobachte mit welcher Freude und Zufriedenheit sie sich da verweilen“, meint Initiator Thomas Mathis, der beim Gartentag Dornbirn genau vor einem Jahr noch mit einem Informationsstand am Marktplatz vertreten war. Dort hatte er noch nach Mitstreitern gesucht. Jetzt wird die Vision der ersten smarten, essbaren Stadt Europas Wirklichkeit.

Nachhaltigkeit zieht sich durch

Beim Gartentag in Dornbirn waren für das Gartenfest im Kulturhauspark auch Tamara Rohner vom Bioladen und Café Dreierlei oder die drei jungen Bregenzerwälder Schüler Robert Vögel, Mario Tantscher und Martin Schwärzler vom Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum für Vorarlberg mit selbst gezogenen Bio-Jungpflanzen und biologischer Verpflegung vertreten. Die Illustratorin Sara-Contini-Frank, die von Essbare Stadt Dornbirn im Internet erfahren hat, zeichnete live vor Ort Pflanzenmotive und freut sich, “dass in der Stadt Natur erlebbar wird.“ Daneben präsentierte Aglaia Poscher-Mika mit einem leihbaren Lastenfahrrad Vorradeln – Raum für Fahrradkultur.

Ebenfalls bei der Eröffnung war Annelies Deutschmann aus Dornbirn, die sich vom Pilotgarten begeistert zeigte. Und auch Juliane Alton, Stadträtin in Dornbirn traf beim Gartenfest der Essbaren Stadt Dornbirn ein: „Ich bin beeindruckt. Toll, dass es gelungen ist, dass der Park belebt wird und ein wunderbarer Garten für alle entstanden ist. Ich bin ganz froh, dass ich diese Initiative von Anfang an unterstützt habe. Es darf und kann wachsen. Es muss sogar wachsen, denn die Leute freut das.“

Die Pflanzen wurden gut an den Standort angepasst ausgewählt. Eine Mischung aus Garten- und Wildkräutern, Sträuchern und kleinen Bäumen, Frisch- und Lagergemüse sowie Blühwiese. Die Verantwortung der gesponserten Hochbeete haben bereits Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen übernommen. Anfragen würden zudem von Seiten der Offenen Jugendarbeit kommen. Auch Zafer aus Istanbul konnte man beim Anlegen eines Beetes beobachten. Er gehört dem Kernteam von Essbare Stadt Dornbirn an und hat in seiner Heimatstadt bereits ein ähnliches Projekt aufgebaut. Seinen Wurmkomposter können die Besucherinnen und Besucher jetzt auch in Dornbirn bestaunen.

Durchwegs positives Echo

Die Bürgerinnen und Bürger Dornbirns, die sich in den letzten Monaten für eine Essbare Stadt Dornbirn einsetzten, kamen somit ihrem langfristigen Ziel ist näher. In Zukunft soll ein Netz an öffentlichen Flächen entstehen, das mit Essbarem bepflanzt und von verschiedensten Gemeinschaften bewirtschaftet wird. „Schlussendlich wird natürlich die Stadt Dornbirn das Ausmaß der Bepflanzung auf Dornbirns öffentlichen Flächen definieren“, meint Stefanie Rüscher vom Kernteam und führt weiter aus: „In der von uns angestrebten Version wäre es unmöglich durch Dornbirn zu gehen, ohne an jeder Ecke auf bepflanzte Flächen, blühende Tröge und buntes Straßenbegleitgrün zu stoßen. Sich dieses Anblicks zu erfreuen, zu beobachten, zu verweilen – und nach Herzenslust zu schnabulieren.“


Statements zum Gartenfest 

„Eine fantastische Idee. Gott sei Dank werden solche Initiativen gestartet. Ich kann mir gut vorstellen, dass Essbare Stadt Dornbirn als Vorbild für andere Städte fungieren kann.“
Maria Frecher eine Marktständlerin aus Bregenz.

„Wunderbar, wenn aus einer Idee eine Tatsache wird. Ich bin positiv überrascht, was da im Kulturhauspark in so kurzer Zeit passiert ist und dass die gewünschte Bürgerbeteiligung da ist.“
Herbert Kaufmann, Geschäftsführer von Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH

„Ich wusste bislang gar nicht, dass Dornbirn solch schöne Parkflächen hat. Und wenn diese nun von der Bevölkerung dazu noch als Garten genutzt werden, ist ein Mehrwert da. Meine Kinder sind hier im Garten auf jeden Fall gut beschäftigt. Ein Traum!“
Dominik Sturm, Dornbirn

„Ich habe selbst einen Garten zu Hause und finde es schön, wenn der Park in dieser Form genutzt wird.”
Johanna Stadelmann und Waltraud Marte

„Ich bin begeistert was sich da nun auch Sicht- und Greifbares in den letzten zwei Monaten im Kulturhauspark getan hat. Ich kann diese ehrenamtliche Initiative voll und ganz unterstützen und freue mich über ein Netz an öffentlichen Flächen, die dafür freigegeben werden.“
Eine Mutter aus Dornbirn

 

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