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„Nicht gekommen, um zu bleiben“

Als Personalleiter von Zumtobel Leuchten war Günter Pichler als Anwerber in Istanbul.
Als Personalleiter von Zumtobel Leuchten war Günter Pichler als Anwerber in Istanbul. ©privat
Günter Pichler aus Dornbirn referierte bei einem Symposium zu 50 Jahre Anwerbeabkommen Österreich-Türkei.
Symposium

Dornbirn. Am 15. Mai 1964 wurde das „Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Türkischen Republik über die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte und deren Beschäftigung in Österreich“ unterzeichnet. Anlässlich dieses Jubiläums luden das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) und die Diplomatische Akademie Wien zu einem Symposium ein.

Experten und Zeitzeugen

Themen des Symposiums waren unter anderem die Bedeutung des Anwerbeabkommens für die österreichische Wirtschaft sowie der Wandel und die Zukunft der türkischen Community (Gastarbeiter kommen, Generationen bleiben) in Österreich. Eröffnet wurde das Symposium von Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz: „Österreich hat um Gastarbeiter geworben, Menschen sind gekommen“. Unter den Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft war auch der Dornbirner Günter Pichler, der als Zeitzeuge zu dem Symposium eingeladen war.

Schwierige Anfänge

Als Personalleiter von Zumtobel Leuchten war Günter Pichler in den 70er Jahren selbst in der Türkei um Arbeitskräfte für das Vorarlberger Unternehmen zu lukrieren. Arbeitskräfte waren damals in Österreich Mangelware und als stark wachsendes Unternehmen sah man sich quasi gezwungen Menschen aus dem Ausland zu holen. Von diesen Erlebnissen, bei denen er gewissermaßen Schicksal spielen musste, erzählte Pichler beim Symposium in Wien. Auch davon wie es den Arbeitern aus der Türkei in der Anfangszeit in Vorarlberg ging und wie er mit ihnen Haushaltsartikel einkaufen ging und sie mit türkischen Lebensmitteln versorgte.

„Als der erste Sattelzug zwanzig Tonnen Konserven aus der Türkei bei uns in der Garage in der Haldenstraße ablud, war das eine regelrechte Sensation und man drohte mir, ich würde als „Türkenkönig“ in d‘Rätscho kommen“, erinnert sich Pichler. Für seine Ausführungen beim Symposium in der Diplomatischen Akademie erntete Pichler zu seinem eigenen Erstaunen „Standing Ovations“ und freute sich über zahlreiche Anfragen bei anderen Veranstaltungen, unter anderem an der Universität Salzburg, zu referieren.

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