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Nicht alle Siedlungen im Westjordanland bleiben

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon will doch nicht alle heute existierenden jüdischen Siedlungen im Westjordanland beibehalten.

In der letzten Phase der Verhandlungen mit den Palästinensern solle festgelegt werden, welche Siedlungen erhalten blieben, zitierte der israelische Militärrundfunk am Montag den Regierungschef.

Bisher hatte Sharon ungeachtet internationaler Kritik stets betont, er habe keine Pläne zur Räumung weiterer Siedlungen. In der vergangenen Woche hatte Israel den Abzug aus 21 Siedlungen des Gaza-Streifens und vier des Westjordanlands abgeschlossen. Der Plan war von Sharon einseitig umgesetzt worden. Der vom so genannten Nahost-Quartett (USA, EU, UNO, Russland) verfasste Friedensfahrplan (Roadmap) setzt den Stopp des Siedlungsbaus voraus.

Radikale Palästinenser-Organisationen bekennen sich zu Feuerpause

Trotz des jüngsten Selbstmordanschlags in Israel haben sich die militanten Organisationen der Palästinenser zur Fortsetzung des seit sechs Monaten geltenden Waffenstillstands bekannt. Delegierte des Islamischen Jihad, der Hamas und der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden versicherten am Montag dem ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman, sie hielten an der Feuerpause fest, wie aus Teilnehmerkreisen des Treffens in Gaza verlautete. Dabei ging es um Sicherheitsfragen nach dem Abzug Israels.

Am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter im Busbahnhof der südisraelischen Stadt Beersheva in die Luft gesprengt und dabei zwei Sicherheitsbeamte schwer verletzt. Der Islamische Jihad, der sich zu dem Anschlag bekannte, erklärte, Israel habe sich brutaler Massaker gegen die Palästinenser schuldig gemacht, was Vergeltungsschläge rechtfertige. Die Waffenruhe werde damit aber nicht grundsätzlich ausgesetzt.

Suleiman ist nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen um Vermittlung bei den noch ausstehenden Sicherheitsfragen bemüht. Die Palästinenser fordern unter anderem einen freien Grenzverkehr zwischen dem Autonomiegebiet und Ägypten, während Israel vor allem den Warenverkehr weiterhin kontrollieren will. Die Regierung in Kairo hat Israel die Stationierung von 750 leicht bewaffneten Soldaten zur Sicherung der Grenze zugesagt. Suleiman wird am Mittwoch in Jerusalem erwartet.

Am Montag wurde bei einer Straßensperre im Westjordanland ein 15-jähriger Palästinenser aufgegriffen, der drei Rohrbomben mit sich führte. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wollte der Jugendliche einen Anschlag in Israel ausführen.

Unterdessen kamen zwei Palästinenser bei einer versehentlich ausgelösten Granatexplosion im Flüchtlingslager Askar bei Nablus im Westjordanland ums Leben. Ein Vater, der mit zwei Söhnen unterwegs war, durchtrennte beim Sammeln von Altmetall eine alte Granate der israelischen Streitkräfte, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Bei der dadurch ausgelösten Explosion kamen der Mann und einer der Söhne ums Leben, der andere wurde verletzt. Nach anderen Angaben wurden die beiden Söhne getötet.

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