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"Nicaragua ist uns ans Herz gewachsen"

Isabella Greber und Selina Ramoser werden Nicaragua weiterhin unterstützen.
Isabella Greber und Selina Ramoser werden Nicaragua weiterhin unterstützen. ©Laurence Feider
Interview Selina Ramoser und Isabella Greber

Selina Ramoser und Isabella Greber erzählen von ihrem freiwilligen sozialen Jahr.

Dornbirn. Erst vor ein paar Wochen sind die beiden jungen Dornbirnerinnen Selina Ramoser und Isabella Greber aus Nicaragua zurückgekehrt. Selina war insgesamt elf Monate, Isabella sieben Monate in Mittelamerika. Während dieser Zeit haben sie an verschiedenen Schulprojekten mitgewirkt und Land und Leute hautnah kennengelernt.

In den vergangenen Monaten habt ihr viel erlebt, könnt ihr eure Erfahrungen in einem Satz zusammenfassen?
Selina Ramoser: Es war ein unbeschreibliches Jahr mit wahnsinnig viel Erfahrungen, die mich persönlich viel weiter gebracht haben.
Isabella Greber: Es ist unmöglich das Erlebte in einem Satz zusammenzufassen.

Wie habt ihr Nicaragua und seine Menschen kennengelernt?
Selina Ramoser. Die Menschen sind wahnsinnig freundlich und trotz Armut zufrieden und voller Lebensfreude. Das Land ist wunderschön und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Es hat von allem etwas: Seen, Berge, Vulkane, Regenwälder und Küsten.
Isabella Greber: Die Nicas sind offen, tolerant, hilfsbereit und gastfreundlich. Neben seiner Schönheit bietet Nicaragua auch eine reichhaltige Tierwelt, so haben wir z.B. Bekanntschaft mit einem Skorpion im Schlafsack gemacht.

Selina, du warst das erste halbe Jahr in Matagalpa an verschiedenen Schulen tätig. Was waren deine Aufgaben?
Selina Ramoser: Insgesamt habe ich in drei Volksschulen und Kindergärten mitgearbeitet. Mit “Dolmetscherunterstützung” habe ich Spanisch, Mathe und Sport unterrichtet und mit den Kindern gerechnet, gespielt und gesungen. Gleichzeitig habe ich von ihnen Spanisch gelernt.

Wie läuft der Unterricht in diesen Schulen ab?
Selina Ramoser: Das kann man mit unseren Standards nicht vergleichen. Es mangelt an Schulmaterial, Stiften, Papier und Lehrmaterialien. Die Lehrerinnen müssen daher sehr kreativ sein. Manche Kinder haben nicht einmal einen Stift, manche können nicht zur Schule kommen, weil sie zu Hause helfen müssen.

Parallel zu deiner Arbeit in Nicaragua hat deine Familie in Dornbirn das Hilfsprojekt “SelinaNicaragua” aufgebaut. Wie hast du das erlebt?
Selina Ramoser: Via Skype waren wir in ständigem Kontakt und ich habe alle Aktionen die von Dornbirn ausgingen miterlebt. Es war schön zu spüren, wie mich meine Familie und so viele Menschen in Vorarlberg unterstützen und hat mich in meiner Arbeit bestärkt. Die Sachspenden kamen per Container hier in Nicaragua an und wir konnten die Kleider, Spielsachen und Schulmaterialien vor Ort verteilen. Von den Spendengeldern wurden unter anderem neue Schulmöbel angeschafft.

Gemeinsam wart ihr ab Anfang des Jahres in der “Escuela de la Comedia y el Mimo” in Granada. Was sind die Ziele dieses Schulprojektes?
Isabella Greber: Die Zirkusschule wurde von Diego Gené, einem Clown aus Venezuela, gegründet. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu deren Alltag oft Drogen, Gewalt und Kriminalität gehören. Rund 65 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren werden von 6 jungen Männern mit ähnlichem Background in Akrobatik, Mimik, Tanz und Theater unterrichtet. Sie lernen sich selbst und andere zu respektieren und wie sie durch ihre Kunst leben können.
Selina Ramoser: Wir haben den jungen Ausbildnern Englisch- und Deutschunterricht gegeben und mit den Kindern unter anderem Handball gespielt.

Wie war es Nicaragua nach einer so intensiven Zeit zu verlassen und nach Dornbirn zurückzukehren?
Selina Ramoser: Der Abschied von Land und Leuten ist unheimlich schwer gefallen. Hier ist alles und alle wie früher, daher fällt das Ankommen leicht.
Isabella Greber: Hier ist zu Hause und zu Hause ist auch schön.

Werdet ihr nach Nicaragua zurückkehren?
Selina Ramoser und Isabella Greber (gleichzeitig): Auf jeden Fall und zwar so schnell wie möglich. Wenn wir die Mittel hätten, schon morgen.

Was war für euch persönlich das Bewegendste?
Selina Ramoser: Mich hat berührt, wie sehr sich die Kinder von Anfang an gefreut haben, einfach nur, weil ich da war.
Isabella Greber: Mich hat beeindruckt, dass es in Nicaragua keinen spürbaren Rassismus gibt. Es ist egal, ob man schwarz oder weiß ist, Spanisch spricht oder nicht, man wird mit offenen Armen empfangen und jeder schaut, dass es einem gutgeht.

Wird das Projekt “SelinaNicaragua” weiterlaufen?
Selina Ramoser: Da mir Nicaragua so ans Herz gewachsen ist, freut es mich, dass das Projekt weiterläuft. Es gibt schon konkrete Pläne für weitere Aktionen und Events.

Zur Person:
Selina Ramoser

Geboren: am 7. März 1989
Studium: ab Herbst Spanisch- und Publizistikstudium in Wien
Hobbies: Sport, Sprachen, Musik, Freunde und Familie
Was ich mag: Isabella
Was ich nicht mag: Rassismus
Spruch: “Somos lo que ha cemos” (wir sind was wir tun)

Zur Person:
Isabella Greber

Geboren: am 14. Dezember 1990
Studium: ab Herbst Studium der Sozialen Arbeit und Politikwissenschaft in Wien
Hobbies: Handball, Freunde und Familie
Was ich mag: Selina
Was ich nicht mag: intolerante Menschen
Spruch: “Frechheit siegt”

 

 

 

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