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Neues Verkehrskonzept: Bregenz soll endlich verkehrsberuhigt werden

Bürgermeister Markus Linhart präsentierte die ersten Ideen zur Verkehrsberuhigung in Bregenz.
Bürgermeister Markus Linhart präsentierte die ersten Ideen zur Verkehrsberuhigung in Bregenz. ©VOL.AT
Bregenz - Bürgerbeteiligungsverfahren: Am Dienstagabend lud die Stadt Bregenz zur Diskussion des neuen Verkehrskonzeptes. Im überschaubaren Rahmen wurden dabei die Schwerpunkte diskutiert. Das Hauptziel? Der Verkehr soll sich in Bregenz immer mehr auf Öffis, Rad und Fußwege verlagern.
Verkehrsplaner Werner Rosinak
Die Eindrücke der Bürger
VOL.AT-Verkehrsservice
Bregenz: Neues Verkehrskonzept
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Knapp 40 Personen – 0,14 Prozent der 28.017 Bregenzer (Stand 2012, Anm. d. Red.) – versammelten sich am Dienstagabend im Festspielhaus zum zweiten Infoabend um das geplante Generalverkehrskonzept für die Stadt zu diskutieren. Das Publikum bestand neben dem Planungsteam Kobi-Köll-Rosinak vor allem aus den Verantwortlichen der Stadt Bregenz, des Landes Vorarlberg und Vertreter des Stadt- und Landbusses.

Geringe Beteiligung

Dass die Veranstaltung zu wenig beworben wurde, verneinte Bürgermeister Markus Linhart im VOL.AT-Gespräch. Bereits im Jänner wurde zur Bürgerbeteiligung geladen. Zum ersten Infoabend erschienen mehr als 120 Personen. Diese wurden auch zum zweiten Infoabend eingeladen, doch nur wenige folgten dieser.

Die Eckpunkte des neuen Konzepts

Vor der Diskussionsrunde wurden die bisherigen Eckpunkte des neuen Generalverkehrskonzeptes präsentiert. Bregenz sei eine Stadt der kurzen Wege. Bereits heute werde mehr als die Hälfte des Verkehrs in der Stadt zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt, schätzen die Verkehrsplaner. “Mittelfristig kann der Autoverkehr in der Stadt um ein Viertel reduziert werden”, blickt Verkehrsplaner Werner Rosinak optimistisch auf die Bregenzer Zukunft. Dies soll teilweise auch durch die zweite Pfändertunnelröhre erreicht werden. Die Schwerpunkte im Überblick:

Die Hauptstraßen

Das Ziel des neuen Verkehrskonzeptes ist es, den Bus schnell ins Zentrum zu bringen. Auf der Reichsstraße sieht das Konzept daher eine Busvorfahrt in Form einer “elektrischen Busspur” vor. Dank einer Ampelanlage würde der Bus auf der Gegenfahrbahn gefahrlos den Stau überholen können. Auf der Seestraße und beim geplanten Seequartier – rund um den Bahnhof – wird eine Reduktion der Fahrspuren angestrebt. Entlang der Seestraße und der Römerstraße/Arlbergstraße soll zudem eine Busspur in Richtung Zentrum entstehen.

Öffentliche Räume

Die Rathausstraße würde vor allem durch die Verkleinerung der Seestraße und längeren Fußgängergrünphasen zu einer direkten Verbindung zum See. “Wir wollen uns mit der Barriere (Seestraße, Anm.) nicht abfinden sondern Maßnahmen entwickeln dass die Fußgänger leichter zum See kommen”, betont Rosinak. In der Kaiser-Josef-Straße (Weiherviertel) ist eine Fußgängerzone angedacht, durch diese würde laut Planern auch der Park aufgewertet. Ebenfalls sind für Mariahilf und Weidach verkehrsberuhigte Begegnungszonen geplant. Das Ziel sei eine Ausbremsung und Beruhigung des Verkehrs in den Wohngebieten der Stadt.

Parkplätze

Das Entwicklungsteam rund um Rosinak will den Pendlerverkehr nach Bregenz vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlegen. Dies könne nur durch Stellplatzobergrenzen für Bürogebäude und eine Rückgewinnung dieser privaten Parkplätze für den öffentlichen Raum bewerkstelligt werden. Dies sei ein langfristiger Prozess der Überzeugung und Verhandlung mit den Eigentümern. “Dies ist eine große, langfristige Maßnahme, aber man muss sie angehen”, so die Meinung von Rosinak. Private Stellplätze von Wohnungen und Wohnhäusern sind davon bisher nicht betroffen.

Radverkehr und Öffentliche Verkehrsmittel

Für das bestehende Radnetz sind Ergänzungen und Lückenschlüsse vorgesehen. Gleich drei Fahrradstraßen sind derzeit für die Landeshauptstadt geplant, jeweils eine in der Klostergasse, Vorklostergasse und der Hinterfeldgasse. Die Bushaltestelle beim neuen Bahnhof wird aufgrund der engen Verhältnisse zu einer Durchfahrtshaltestelle werden. Das bedeutet, dass die Busse pünktlich den Platz anfahren und wieder verlassen müssen. Bereits jetzt werde der Busfahrplan laufend in diese Richtung optimiert.

Unterflurstrasse nicht finanzierbar

Die Stadtplaner wollen und können nicht alle eingebrachten Ideen umsetzen. So sei eine City-Maut kaum zweckmäßig, ähnliche Ziele können auch über eine optimierte Parkplatzbewirtschaftung erreicht werden. Die oft gewünschte Unterflurtrasse für die Bahn wie auch eine Verlegung des Bahnhofes in den Pfänder sei zu teuer – im Verhältnis zum erwarteten Nutzen. Gleiches gilt auch für den Plan, die Seestraße “tieferzulegen”. “Dies könnte sogar zu einem Mehr an Verkehr führen”, befürchtet Rosinak.

Endgültiges Konzept im September

Mit dem entgültigen Konzept sei im Herbst zu rechnen. Laut dem derzeitigen Zeitplan soll das Generalverkehrskonzept noch im September der Politik präsentiert werden und ab Oktober zur öffentlichen Diskussion stehen.

Verkehrsplaner Rosinak zum Konzept

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