Neues "Schütz Art Museum" in Engelhartszell wird eröffnet

Das neue "Schütz Art Museum" in Engelhartszell
Das neue "Schütz Art Museum" in Engelhartszell ©APA
Im oberösterreichischen Engelhartszell wird morgen, Samstag, ein neues Kunstmuseum eröffnet. Das "Schütz Art Museum" ist ein Privatmuseum, errichtet vom Sammler und Kunsthändler Josef Schütz. 4,5 bis 4,7 Mio. Euro habe das in dreizehneinhalb Monaten Bauzeit errichtete Gebäude an der Donaulände ingesamt gekostet, erzählte der Bauherr am Freitag bei einer Presse-Preview. Die ersten Ausstellungen zeigen die Highlights seiner Sammlung sowie zeitgenössische chinesische Kunst.

Der 67-jährige frühere Bauunternehmer hat sich einen Lebenstraum erfüllt und zeigte sich heute erschöpft, aber glücklich. "Vor allem bin ich froh, dass meine Frau Irene das alles mitträgt", sagte Josef Schütz. "Dieses Museum ist für mich ein unglaublich positiver Impuls. Kunst ist für mich Lebenselixier." Dass die öffentliche Hand bei der Förderung seines Projekts sehr zurückhaltend war (von Bund und Land erhofft sich Schütz Unterstützung für seine Artist-in-Residence-Programme), sei zwar ein wenig enttäuschend, doch wenigstens von der Gemeinde fühlt er sich in allen Bereichen unterstützt: "Wir könnten uns keinen besseren Ort vorstellen."

Der neue, weiße, durchbrochene Kubus unweit der Schiffanlegestelle soll dem Ort als neue touristische Attraktion dienen, ein neues Hotel ist in Planung, das Museumscafé schon jetzt eine Bereicherung des Ortes. Ohne über eine Glaskugel zu verfügen, sei es schwer, Besuchererwartungen zu formulieren, meinte der neue Museumschef, formulierte aber doch sein Wunschziel: 20.000 bis 30.000 Besucher pro Jahr wären schön. Und noch schöner wäre es, sie besuchten nicht nur die Ausstellungen, sondern auch den Museumsshop. Mit ihm will Schütz den laufenden Betrieb finanzieren. Dafür gibt es fast nur selbst gestaltete Objekte, von Caritas-Kunstkarten bis zu chinesischem Porzellan, vor allem aber auch originale Kunstwerke. Schon das erste Angebot verblüfft: Holzschnitte von Werner Berg um 8.400 und 9.500 Euro sind hier ebenso zu haben wie ein Klimt-Akt um 68.000 Euro, ein Gemälde von Willy Eisenschitz oder zwei von Berg gemalte Sonnenblumen um 195.000 Euro. Ob die Museumsbesucher derart dicke Brieftaschen verfügen, bleibt abzuwarten.

Als Kunsthändler schöpft Schütz hier aus dem Vollen. Das gilt auch für seine Privatsammlung, die er im Erdgeschoß präsentiert. Die etwas über 50 Werke präsentieren die Highlights seiner Kollektion und zeigen österreichische Kunst von 1890 bis 1960, vom Stimmungsimpressionismus bis zu Hundertwasser: "Ich habe versucht, wirkliche Meisterwerke hierher zu bringen." Nur wenige Ausstellungsstücke seien Leihgaben, versichert er und beziffert auf Nachfrage den Gesamtwert seiner Sammlung auf 19 Mio. Euro. Ein Gemälde von Olga Wisinger-Florian habe er in London um 250.000 Pfund ersteigert ("Das war damals Weltrekordpreis für die Künstlerin."), ein Großformat von Albin Egger-Lienz sei nach rund 100 Jahren erstmals wieder öffentlich ausgestellt. Herbert Boeckl und Anton Faistauer sind hier ebenso vertreten wie Egon Schiele und Gustav Klimt. Mit Bildern von Albert Birkle und Franz Sedlacek werden spannende Verbindungen versucht.

Rund die Hälfte der Ausstellung war vor wenigen Jahren in China auf Tour und erreichte dabei laut Josef Schütz an vier Stationen rund viereinhalb Millionen Besucher. Zu China hat der Kunsthändler eine hohe Affinität - weswegen die erste Ausstellung im Obergeschoß zeitgenössischer Kunst aus China gewidmet ist. Auch auf der Skulpturenterrasse ist China stark vertreten, etwa mit prägnanten chinesischen Sternzeichen-Skulpturen von Jiang Shuo. Hier und im Stiegenaufgang entfaltet der vom Linzer Thomas Blazek nach Feng-Shui-Prinzipien errichtete kubische Museumsbau einen besonderen Reiz. "Jeder Landschaftsblick bekommt hier einen Bilderrahmen", schwärmte Schütz, der auch betonte, dass selbstverständlich ökologisch bewusst und nachhaltig gebaut worden sei. Das Museum soll als erstes Nullenergie-Museum der Welt geführt werden.

Die ersten Artists in Residence sind der Chinese Meng Huang und der Mexikaner Enrique Fuentes. Den jeweiligen Gastkünstlern sollen künftig auch Sonderausstellungen gewidmet sein, und auch die Sammlungspräsentation soll zweimal jährlich verändert werden. Mit über 600 Gemälden und 30 Skulpturen, die dabei alleine aus der privaten Kollektion zur Verfügung stehen, und die mit Leihgaben befreundeter Sammler und Kunden ergänzt werden können, scheint der Fundus dafür groß genug. Jetzt müssen ab Sonntag nur noch die Besucher kommen. Und das Coronavirus gehen. "Es ist wie es ist, wir können die Situation nicht ändern", sagte Josef Schütz. "Wir können nur versuchen, die jeweiligen Maßnahmen bestmöglich umzusetzen."

(S E R V I C E - "Schütz Art Museum" in Engelhartszell, Nibelungenstraße 36, ab 14. November, Di bis So, 10-18 Uhr, )

(APA)

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