Neues Personalbemessungsmodell in Pflegeheimen installiert

Bregenz - Vorarlbergs Sozial-Landesrätin Greti Schmid und Gemeindeverbands-Präsident Wilfried Berchtold haben am Dienstag ein neues Modell zur Mindestpersonalbemessung für Vorarlbergs Pflegeheime vorgestellt.

Das Modell soll sicherstellen, dass in den Heimen auch nachts ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Es sichere längerfristig die gesetzlich geforderte angemessene Pflege ab und biete eine gute Basis für die Umsetzung des BESA-Modells zur Feststellung des Pflegebedarfs, so Schmid.

Erarbeitet wurde das Modell, das am Dienstag vom Pflegeheimbeirat abgenommen wurde, von einer Expertengruppe in Zusammenarbeit mit den Heimträgern. Das Konzept knüpfe an bisherige Berechnungsformen an, so Thomas Schubert von der Wiener Consilium GmbH. Es sehe eine angemessene Nachtdienstausstattung der Heime vor, “ganz bewusst” ohne einen Qualifikationsschlüssels vorzugeben. Ausgehend von einem fiktiven 20-Betten-Idealheim, in dem 36 Stunden lang Fachkräfte anwesend sein müssen, können Heimträger “relativ linear” die Personalvorgaben hochrechnen, so Schubert.

Auch für die Nachtdienste wurden Vorgaben erarbeitet. So soll in kleinen Heimen mit bis zu 35 Betten ein wacher Nachtdiensthabender anwesend sein, bis 70 Betten zwei, bis 105 Betten drei. In mittleren und großen Heimen ist zusätzlich ein Pflegemitarbeiter in Nachtbereitschaft vorgesehen. Zudem können zusätzliche Spätdienste eingeteilt werden, dies bleibe aber weiter in der Zuständigkeit der Heimleiter, so Schubert. In einigen Heimen werde dies bereits so praktiziert.

Das neue Modell sieht außerdem umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegemitarbeiter vor, so soll eine schrittweise Professionalisierung des Personals erreicht werden. Die Heime hätten verschiedene Rahmenbedingungen, daher werde man in der Umsetzung individuelle Lösungen finden, so Schubert. Bis 2011 soll das Konzept in allen 49 Heimen Vorarlbergs umgesetzt sein, bereits 2009 sei mit positiven Effekten in den Heimen zu rechnen.

Das Land sieht sich laut Schmid als Servicestelle, ein zusätzlich eingerichteter Dienstposten werde sich um die Umsetzung und die Kontrolle kümmern. In den Heimen, wo laut Schmid derzeit 2.610 Mitarbeiter beschäftigt sind, werden 75 weitere Dienstposten geschaffen. Die Ergebnisse sollen auch in ein neues zukünftiges Tarifmodell überführt werden, für 2009 stünden zur Entlastung drei Mio. Euro extra aus dem Sozialfonds zur Verfügung.

Es sei wichtig, dass alle Beteiligten in die Erarbeitung des Modells im Sinne der betroffenen Heimbewohner involviert waren, so Schmid weiter. Sie sprach von einem “neuen Durchstart” nach den teils heftigen Diskussionen zu dem Thema. Gemeindeverbands-Präsident Berchtold stellte sich hinter das neue Konzept, es bringe mehr Rechtssicherheit. Die Diskussionen hätten das Verbesserungspotenzial aufgezeigt. Der Personalbereich sei zwar kostendominierend, aber auch qualitätsbestimmend, so Berchtold.

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