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Deutschland vor Lockdown-Verlängerung, Rekord in den USA

Warteschlagen vor einer Teststelle in Los Angeles
Warteschlagen vor einer Teststelle in Los Angeles ©APA (AFP/Getty)
In Deutschland sind am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Bund und Länder beraten am Dienstag über das weitere Vorgehen, eine Verlängerung des bis 10. Jänner andauernden harten Lockdowns zeichnet sich ab. In den USA haben die Neuinfektionen einen neuen Höchstwert erreicht: Am Samstag wurden nach Angaben der Johns Hopkins-Universität mehr als 299.000 neue Fälle gemeldet. Insgesamt infizierten sich bisher 20,4 Millionen US-Bürger.

Die deutschen Gesundheitsämter haben unterdessen am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in der Früh bekannt gab. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntag in der Früh bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 329,7 und Thüringen mit 248,9. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.765.666 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.272.

Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zeichnet sich ein breiter Konsens für eine Verlängerung des harten Lockdowns ab. Ministerpräsidenten verschiedener Parteien machten am Wochenende deutlich, dass sie keine Grundlage für größere Lockerungen sehen. Umstritten sind einem Bericht zufolge noch die Dauer der Verlängerung und der Umgang mit Schulen und Kitas.

Der Mitte Dezember in Kraft getretene harte Lockdown, der unter anderem die Schließung weiter Teile des Einzelhandels und das Aussetzen des Präsenzunterrichts in Schulen umfasst, gilt noch bis zum 10. Jänner. Bund und Länder beraten am Dienstag über das weitere Vorgehen. Die Chefs der Staatskanzleien hätten sich in einer Telefonschaltung am Samstag bereits grundsätzlich auf eine Verlängerung verständigt, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS).

Wie lange der Lockdown fortgesetzt wird, ist offen. Laut "FAS" wollen vor allem besonders stark betroffene Länder wie Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen bis zum 31. Jänner verlängern. Der Bund unterstütze dies. Bremen, Hamburg und Hessen wollten hingegen zunächst nur um zwei Wochen verlängern. Auch im Hinblick auf die Öffnung von Schulen und Kindergärten herrsche keine Einigkeit.

Der Chef-Virologe der Berliner Charite, Christian Drosten,sagte der "Berliner Morgenpost" vom Sonntag, angesichts einer geringeren Zahl an Test über die Feiertage lägen derzeit keine belastbaren Daten vor. Der Anteil der positiven Tests zeige jedoch, "dass die Zahlen derzeit nicht nach unten gehen. Das ist nicht gut". Erst Mitte Jänner könne gesagt, werden, ob der Lockdown bis in den Februar hinein verlängert werden müsse.

In den USA wurden am Samstag 2.398 Tote mit einer bestätigten Corona-Infektion verzeichnet. Der bisherige Höchststand war am 30. Dezember mit 3.750 erreicht worden. Aufgrund von Reisen und Familientreffen nach Thanksgiving Ende November und über Weihnachten hatten Gesundheitsexperten vor einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gewarnt.

Medienberichten zufolge wurde auch der legendäre US-Talkmaster Larry King (87) mit Covid-19 ins Krankenhaus gebracht. Der 87-jährige King leidet an Diabetes und hatte in der Vergangenheit zahlreiche Gesundheitsprobleme, darunter mehrere Schlaganfälle und Lungenkrebs. Er war 25 Jahre Gastgeber der Talkshow "Larry King Live" auf CNN, im Jahr 2010 ging er in Pension.

Das Impfprogramm in den USA leidet unterdessen unter logistischen Problemen. Bisher erhielten gut 4,2 Millionen US-Bürger eine erste Impfdosis, weit weniger als die vom scheidenden Präsidenten Donald Trump bis Ende 2020 versprochenen 20 Millionen. Immerhin wurden bereits 13,1 Millionen Dosen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna ausgeliefert.

In Europa läuft die Impfkampagne indes äußerst schleppend. So wurden im bevölkerungsreichsten EU-Staat Deutschland mit rund einem Viertel der Einwohner der USA erst 188.553 Menschen geimpft. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder brachte vor diesem Hintergrund in der "Bild am Sonntag" eine Herstellung des Vakzins "in Lizenz bei anderen Firmen in Deutschland" ins Spiel und warf der EU vor, zu wenig Impfstoff bestellt und auf die falschen Hersteller gesetzt zu haben.

(APA/ag)

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