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Neue Verkehrssituation in Hohenems sorgt für geteilte Meinungen

Die neuen Einbahnregelungen sorgen noch für Verwirrungen.
Die neuen Einbahnregelungen sorgen noch für Verwirrungen. ©cth
Neue Verkehrssituation in Hohenems sorgt für geteilte Meinungen

Hohenems. Vergangene Woche erfolgte die Verkehrsfreigabe der L190-Trasse und das neue Verkehrskonzept für die Hohenemser Innenstadt mit neuen Einbahnregelungen wurde umgesetzt.

Die aktuellen Verkehrsmaßnahmen stoßen jedoch nicht nur auf Begeisterung. Gerade die neuen Einbahnregelungen und Ampeln werden von vielen Hohenemsern kritisch betrachtet. Auch die Situation rund um die Marktstraße sorgt für Diskussionsstoff. So setzt sich die SPÖ-Mandatarin Mag. Nadja Unterkofler im Namen ihrer Stadtvertreterfraktion auch für die Einrichtung einer Fußgängerzone ein. “Ich bedauere sehr, dass die Stadt Hohenems für die Marktstraße keine Fußgängerzone vorgesehen hat”, kritisiert sie. “Ich muss immer wieder feststellen, dass Besucher über den Zustand der Marktstraße empört sind”, Unterkofler weiter.

Im Bürgerforum wurde das Thema somit gleich aufgegriffen. Durch die Verlegung der L190 würde sich in Hohenems erstmals die Möglichkeit bieten, eine Fußgängerzone zu verwirklichen. “Eine solche autofreie Zone mit Straßencafés und Flaniermöglichkeiten würde mit Sicherheit zusätzliche Geschäfte anlocken und die gesamte Marktstraße sowie die umliegenden Lokale beleben und diesen Stadtteil sowohl für die Emser selbst, als auch für Gäste wesentlich attraktiver gestalten und damit das Zentrum aufwerten”, erklärt Nadja Unterkofler.

Auch Stadtrat Karl Dobler würde dies begrüßen. “Die grundsätzliche Möglichkeit ist durch die Verlegung der L190 nun gegeben. Die Politik hat sich bei einem speziell zur Marktstrasse im August abgehaltenen Meeting für die Fortführung des Projektes Lebensraum Marktstrasse ausgesprochen. Die weitere konkrete Vorgansweise wird gemeinsam festgelegt”, gibt Karl Dobler dazu bekannt.

Günther Fenkart könnte sich ebenfalls sehr gut eine Fußgängerzone im Zentrum vorstellen, aber gibt auch Bedenken bekannt. “Eine für den Verkehr gesperrte Strasse ist noch lange keine funktionierende Fußgängerzone. Eine Fußgängerzone braucht Frequenz – diese gibt es aber nur wenn entsprechend Geschäfte, Gastronomie, kulturelle Einrichtungen, und sonstige Frequenzbringer da sind, diese können aber erst überleben wenn Frequenz da ist. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen”, so Fenkart. So glaubt er, dass eine Sperre der Marktstraße in dieser Situation eher Nachteile für die vorhandenen Geschäfte bringen würde, da diese nur eingeschränkt erreichbar wären. “Das nun verkehrsberuhigte Zentrum muss so attraktiv sein, das die Menschen auch einen Grund haben dort hin zu gehen. Eine gesperrte Straße reicht da sicher nicht. Deshalb muss unverzüglich mit baulichen Maßnahmen begonnen werden, die Marktstrasse und Schlossplatz als Zentrum auch erkennbar machen. Das ist für alle Geschäfte in diesem Bereich überlebensnotwendig”, so Fenkart dessen Geschäft Schokoladengenuss in der Hohenemser Innenstadt angesiedelt ist. Eine Fußgängerzone soll ein Ziel sein, davor gilt es aber noch vieles in die Wege zu leiten.

Wie sehen sie die neuen Verkehrsmaßnahmen in Hohenems?

Marianne Raos, 58 Jahre, Pensionistin, Hohenems:
Für mich sind die Verkehrsregelungen noch sehr gewöhnungsbedürftig. Ich denke, dass wir Hohenemser da sicher noch etwas Zeit brauchen. Eine Fußgängerzone und eine wieder etwas mehr belebte Innenstadt würde ich sehr begrüßen.

Gabi Öhe, 49 Jahre, Angestellte, Hohenems:
Die vielen Ampeln finde ich einfach keine gute Sache. Alle schaffen Ampeln ab, nur Hohenems stellt neue auf. Daran kann ich mich noch nicht gewöhnen. Eine Fußgängerzone bringt nur was, wenn dieser Bereich auch wieder mehr belebt wird.

Astrid Loewy, 50 Jahre, Lehrerin, Hohenems:
Ich fände einen Fußgängerzone toll und wichtig. Die neuen Verkehrsmaßnahmen kann ich noch nicht beurteilen und möchte dem noch Zeit geben. Wichtig ist einfach, dass in der Innenstadt eine entspannte Atmosphäre entsteht, denn das macht eine Stadt auch einladend und attraktiv.

Ellen Peter, 65 Jahre, Pensionistin, Hohenems:
Ich lasse die neuen Regelungen erst noch auf mich wirken und empfinde es wie alle neuen Sachen, noch sehr ungewohnt, aber man muss dem ganzen eine Chance geben. Eine Fußgängerzone macht so lange keine guten Geschäfte angesiedelt sind, keinen Sinn.

Daniel Grabher, 21 Jahre, Schlosser, Hohenems:
Die neuen Einbahnen sind doch recht chaotisch und ich finde das Konzept so nicht wirklich gut. Niemand kennt sich wirklich aus. Eine Fußgängerzone im Bereich Marktstraße braucht es sicher nicht, da dort sowieso nichts los ist.

 

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