AA

Neue Spielorte für die Kinder der Schwefelquelle

Firmenparkplätze bei der Siedlung werden nach Feierabend zu Spielräumen für die Kinder.
Firmenparkplätze bei der Siedlung werden nach Feierabend zu Spielräumen für die Kinder. ©Laurence Feider
Kinderbeteiligungsprojekt Schwefelquelle

Ein Kinderbeteiligungsprojekt fördert das Miteinander der Generationen.

Dornbirn. Bunt und fröhlich ging es am Samstag am Spielplatz beim Kindergarten Schwefel zu. Anläßlich des Weltspieltags gab es ein großes Kinderfest unter dem Motto “Alte Spiele neu entdecken”. Im Stationsbetrieb konnten alle Kinder der Umgebung ihre Treffsicherheit beim Boccia unter Beweis stellen, ihre Geschicklichkeit beim Gummi-Twist testen, nach alter Tradition Tempelhüpfen, gemeinsam Seilspringen, “Himmel und Hölle” falten und sich auf dem Drehteller schwindlig drehen. Zwei Skater vom Skateclub brachten den Kindern auf den neu gewonnenen Spielräumen auf den Parkplätzen der Firmen Micheler, HerbaChemosan und Burgl Reformkost angesagte Tricks bei. “An diesem Tag stehen die Kinder absolut im Mittelpunkt und wir möchten auf ihre Bedürfnisse nach Flächen und Räumen aufmerksam machen in denen sie sich aufhalten, spielen und wohlfühlen dürfen”, erläutert Kindergartenleiterin Brigitte Rodriguez Lopez.

So friedlich und fröhlich geht es in der Siedlung Schwefelquelle/J.G. Ulmerstrasse nicht immer zu. Oft sind die spielenden Kinder im Weg, werden als zu laut empfunden, werden beschimpft und weggeschickt. Dies fiel auch den Kindergartenpädagoginnen auf, die daraufhin “Kinder in die Mitte” kontaktierten. Der Stadt Dornbirn war es ein Anliegen sich um die Anliegen ihrer jüngsten Bewohner zu kümmern und so startete Cornelia Linder bereits im Februar ein Kinderbeteiligungsprojekt. Es gab einige Treffen mit den Kindern der Siedlung, bei denen sie ihre Anliegen und Sorgen mitteilen konnten. Dabei ging es vor allem um das Spielen, die Spielorte- und Möglichkeiten in der Siedlung, den Umgangston und das Miteinander von Kindern und Erwachsenen. Auf der Suche nach Lösungen für ein gutes Miteinander konnten neue Spielräume für die Kinder geschaffen werden in dem sich umliegende Firmen bereit erklärten, dass ihre Parkplätze nach Feierabend und an den Wochenenden zum Radfahren, Skaten und Spielen genutzt werden dürfen. Die Kinder verpflichten sich auf diese Zeiten Rücksicht zu nehmen und die Flächen von Müll freizuhalten und aufzuräumen. “Das freundliche Entgegenkommen dieser Firmen ist ein wichtiger Schritt in Richtung kinderfreundliche Umgebung. Auch der Bauer dem die große angrenzende Wiese gehört, erlaubt dass die Kinder die Grünfläche bei niedrigem Grasstand zum Fußball spielen, Rennen, Turnen und Drachen steigen nutzen dürfen”, freut sich Cornelia Linder über die ersten Erfolge.

Bis jetzt klappt es, die Kinder erobern begeistert die neuen Spielorte und halten sich an die Abmachungen. Im Sinne eines guten Miteinander der Generationen wurden vor kurzem alle Bewohner der Siedlung angeschrieben und über das Kinderbeteiligungsprojekt und die neuen Vereinbarungen in Kenntnis gesetzt. Darin wurde auch noch mal explizit für mehr Toleranz, Rücksicht, Freundlichkeit und Respekt im Umgang aller Bewohner plädiert. “An bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben”, soll schon Winston Churchill gesagt haben.

VN-Umfrage: Was hat das Kinderbeteiligungsprojekt für dich verändert?

Jason, 9 Jahre.
Früher gab es oft Streit, Erwachsene schimpften mit uns wenn wir in der Siedlung spielten und es hieß “Ihr Vollidioten geht weg!”. Jetzt haben wir mehr Platz zum Spielen. In der Wiese spielen wir Baseball, Fußball und Volleyball und auf den Firmenparkplätzen können wir skaten, rollerbladen und Fahrrad fahren. Ab 18 Uhr spielen wir nicht mehr zwischen den Häusern sondern nur auf dem Spielplatz. Ich hoffe, dass wir in Zukunft nicht mehr so oft angeschrieen werden.

Jenny, 10 Jahre.
Das Leben hier in der Siedlung ist manchmal fein und manchmal gar nicht fein. Dann nämlich, wenn man uns anschreit und verjagt. Sogar am Spielplatz sollten wir leise sein, damit wir niemanden stören. Man hat uns auch gesagt, wir seien alle asozial. Eine Bewohnerin schimpft mittlerweile weniger, vermutlich weil sie den Brief von der Stadt Dornbirn bekommen hat. Es ist toll, dass wir jetzt mehr Platz zum Spielen haben.

Johanna, 9 Jahre.
Ich habe schon immer hier in der Siedlung gelebt und fühle mich auch wohl. Es wohnen sehr viele Kinder hier und jetzt haben wir endlich mehr Platz zum Spielen und Herumtoben. Das Spielfest war echt schön. Am Anfang war die Clownfrau Zipperlein da und die war wirklich lustig. Ich habe alle Spielstationen dreimal gemacht und am besten hat mir der Drehteller gefallen. Cool wäre, wenn wir noch einen Pool hätten in dem wir bei heißem Wetter schwimmen könnten.

Leonardo, 9 Jahre.
Ich war bei den Treffen mit Cornelia Linder von der Stadt Dornbirn dabei. Es war toll, weil man sich dort als Kinder beschweren konnte. Eine Frau schimpft immer, weil wir beim Skateboardfahren zu laut sind. Das ist jetzt besser, weil wir auf dem Parkplatz skaten dürfen. Auf der großen Wiese können wir super Fußball spielen. Wenn ein grünes Band um den Baum gewickelt ist, dürfen wir die Wiese nutzen, ein rotes band heißt, dass das Gras zu hoch ist.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Dornbirn
  • Neue Spielorte für die Kinder der Schwefelquelle
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen