"Neue Mittelschule" für Grüne "Rosstäuscherei"

Schwarzach/Wien - "Rosstäuscherei" werfen die Grünen dem Projekt "Neue Mittelschule" von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) vor. Speziell in Vorarlberg würde das Vorhaben "seinen Namen nicht verdienen", weil zahlreiche Schulen noch Leistungsgruppen führen würden. ÖVP-Reaktion

Dies kritisierte der Grüne Bildungssprecher Harald Walser am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Außerdem seien die Schulversuche nicht vergleichbar. Walser fordert deshalb eine Ausweitung des Projekts auf die AHS-Unterstufe.

Die Gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen sei “kein linkes Projekt, sondern ein Projekt der Vernunft”, betonte Walser, der auf andere Länder verwies, wo konservative Regierungen die Gesamtschule eingeführt bzw. unangetastet gelassen haben. Auch in Österreich sollte man deshalb “raus aus der Ideologiefalle”. Das was derzeit gemacht werde, gehe aber nicht in die Richtung, “wir machen aus einem zwei- ein dreigliedriges Schulsystem”. Der Andrang auf die “Neue Mittelschule” sei ein “Fluchtmechanismus” aus den Hauptschulen.

Bis auf wenige Ausnahmen würden die “Neuen Mittelschulen” ihren Namen nicht verdienen. So stehe bereits in den Anträgen für die Vorarlberger Schulversuche, dass es Leistungsgruppen gebe, obwohl diese laut Gesetz nur temporär eingerichtet werden dürfen. “Ich will wissen, warum Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) das genehmigt hat”, sagte Walser, der dazu eine parlamentarische Anfrage gestellt hat. Zudem seien die Schulversuche nicht vergleichbar. So würden von den pro Klasse zur Verfügung gestellten sechs zusätzlichen Stunden in Vorarlberg nur zwei in den Klassen ankommen, während in der Steiermark das Land diese Stunden verdoppelt hat und nun zwölf zusätzliche Stunden zur Verfügung stehen.

In Vorarlberg trägt für Walser Schul-Landesrat Siegi Stemer (V) die Hauptschuld an der Situation. Er habe sich mit der “Neuen Mittelschule” aus dem Dilemma zu weniger AHS-Plätze gerettet. Und Schmied sei ihm “auf den Leim gegangen, weil sie heilfroh war, ein schwarzes Bundesland zu haben. Da hatte sie kein Interesse gehabt, so genau hinzuschauen”, sagte Walser. Er schlägt vor, etwa Vorarlberg oder das Südburgenland zur Modellregion zu machen und auch die AHS-Unterstufe einzubeziehen.

Im Unterrichtsministerium betonte man zu den Vorwürfen Walsers, dass es Leistungsgruppen “nur an einzelnen Schulstandorten und nur noch in diesem Schuljahr” gebe. Dabei handle es sich um “Übergangslöungen”, nach 30 Jahren der “Null-Weiterentwicklung” sei nicht allen Schulen ein Innovationsschub von null auf 100 möglich gewesen, man wollte damit eine Entwicklung langsam einleiten, sagte ein Sprecher Schmieds zur APA.

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