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Neue Gutachten eingefordert

Der Alpenschutzverein hatte massive Hangrutschungen im Bereich der geplanten Skischaukel Mellau-Damüls dokumentiert - und eine Neubewertung der Situation gefordert. Alpenschutzverein

Diese Forderung blieb zwar ungehört; Umweltschützer legten gestern dennoch nach, wie die “VN” berichteten.

“Die falsche Haltung”

Denn die Erstellung neuer geologischer, unabhängiger Gutachten sei ein Gebot der Stunde, die Hangrutschungen dürften nicht unterschätzt werden. „Die Haltung, dass alles machbar ist“, sagte Alpenschutzvereins-Obmann Lothar Petter, „ist eben nicht mehr zeitgemäß. Dennoch wird das Ausmaß der erfolgten Rutschungen von der Behörde bagatellisiert.“ Unterstützung kam von den Grünen. So appellierte Abgeordnete Katharina Wiesflecker dringend an Politiker und Behörden, „die Rutschungen angesichts der immer häufiger werdenden Extremereignisse als Wink des Schicksals aufzufassen“. Auch sie fordere ein neues, unabhängiges, geologisches Gutachten ein, sagte Wiesflecker – und erinnerte daran, dass es bereits im Laufe des Verfahrens zu unterschiedlichen, geologischen Einschätzungen gekommen sei. „So nannte der Innsbrucker Universitätsprofessor Karl Krainer bestimmte Bereiche und Skipisten eindeutig labil.“ Dieser politisch unbequemen Einschätzung sei damals aber keine Aufmerksamkeit gewidmet worden, poltert Wiesflecker: „Jetzt ist es Zeit, diese Versäumnisse mit einem unabhängigen Gutachten nachzuholen – zumal der Landesgeologe Amtsgutachter ist und unter politischem Druck steht.“

Politischer Druck? Diesen Vorwurf wies Landesrat Manfred Rein prompt zurück: „Jeder, der unseren Gutachter kennt, weiß: Der kennt keine Befangenheit.“ Auch deshalb könne er die Forderung nach Erstellung neuer Gutachten nicht teilen. Und Gutachten seien in der Sache mittlerweile genügend erstellt worden: „Man sollte halt manche Sachen auch einfach zur Kenntnis nehmen – ob sie einem passen oder nicht.“

“Rutsch ist oberflächlich”

Auch Umwelt-Landesrat Erich Schwärzler verteidigt das jüngste Gutachten: „Es ist richtig, dass es Erdrutsche gegeben hat. Richtig ist allerdings auch, dass der Amtsgeologe diese als oberflächliche Rutschungen qualifiziert hat.“ Und solange der Geologe dies sage, könne man den Bescheid natürlich nicht abändern, sagt Schwärzler: „Wir werden die Situation aber kritisch beobachten.“ Im Übrigen erarbeite eine Arbeitsgruppe derzeit auch ein Ruhekonzept, mit dem man den Eingriff in die Natur kompensieren wolle: „Dieses Ruhekonzept, wichtig für Wild und Natur, soll Anfang November vorliegen – und dann breit mit den Gemeinden und den betroffenen Grundeigentümern diskutiert werden.“

Mellau-Damüls überdenken

SPÖ-Umweltsprecherin Pircher: „Wer trägt die Verantwortung, wenn Menschen aufgrund von Rutschungen zu Schaden kommen?“ „Die Schischaukel Mellau-Damüls war aufgrund naturschützerischer und verkehrlicher Aspekte von Anbeginn ein Problemkind. Wenn es jetzt in der Tat so ist, dass Hangrutschungen nicht nur oberflächlich sind, dann stelle ich mir die Frage, wer die Verantwortung trägt, wenn Menschen zu Schaden kommen“, fordert SPÖ-Umweltsprecherin LAbg. Olga Pircher ein Überdenken des Zusammenschlusses der Schigebiete von Mellau und Damüls.

Jedenfalls müssten neue Gutachten von unabhängiger Stelle erstellt werden, so Pircher weiter. Es könne nicht sein, dass der Amtsgeologe der Vorarlberger Landesregierung ein Projekt bewerte, das von derselben Landesregierung vehement gepusht werde. Von Landesrat Schwärzler fordert Pircher ein Umdenken in der aktuellen Situation und meint diesbezüglich abschließend: „Ich hätte gerne, wenn Erich Schwärzler in dieser Sache einmal als Umweltlandesrat, der er eigentlich ist, auftritt und nicht als Bregenzerwälder. Kirchturmdenken hat in einer derart wichtigen Angelegenheit nichts zu suchen.“ (Quelle: Sozialdemokratischen Landtagsclubs)

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