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Neue Großdemo gegen Thailands Regierung

Einige Thailänder haben genug von der Monarchie
Einige Thailänder haben genug von der Monarchie ©APA (AFP)
Thailands Demokratiebewegung gewinnt weiter an Fahrt: Tausende regierungskritische Demonstranten sind am Mittwoch in Bangkok erneut zu einer Massenkundgebung zusammengekommen. Die Teilnehmer forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und umfassende Reformen. ""Nieder mit der Diktatur. Es lebe die Demokratie!", riefen sie in Chören. Bei den Protesten geht es auch um die Rolle der Monarchie. Das Thema war in dem südostasiatischen Land lange ein Tabu.

Das Besondere bei der Großdemo: König Maha Vajiralongkorn (Rama X.), der die meiste Zeit in Bayern lebt, ist derzeit selbst in Bangkok. Auf dem Weg zu einer Zeremonie fuhr seine Wagenkolonne in der Nähe des Demokratiedenkmals vorbei, an dem die Aktivisten sich versammelt hatten. Zahlreiche Anhänger des Königshauses säumten dabei die Straßen. Sie trugen gelbe T-Shirts, traditionell die Farbe der thailändischen Monarchie.

Am Dienstag hatte es landesweit Gedenkfeiern für den vor vier Jahren gestorbenen König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) gegeben. Der beliebte Monarch wurde - anders als sein Sohn - noch fast gottgleich verehrt.

Die Bevölkerung ist gespalten, was ihren Regenten betrifft. Viele fordern die Änderung eines strengen Gesetzes zum Schutz der Monarchie: Wer den König beleidigt, riskiert in Thailand bis zu 15 Jahren Haft. Aber der 68-Jährige hat auch noch viele Anhänger. Der Langzeitaufenthalt des Monarchen in Deutschland - wo er eine Villa am Starnberger See besitzt, aber seit Monaten samt Hofstaat in einem Hotel in Garmisch-Partenkirchen weilt - verärgert nicht nur sein Volk, sondern war zuletzt auch Thema im Bundestag in Berlin.

Bei den Protesten in Bangkok geht es vor allem auch um die Regierung von Prayut Chan-o-cha. Der General, der an konservativen thailändischen Werten festhält und als äußerst loyal gegenüber der Königsfamilie gilt, ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Die Demonstranten fordern nicht nur den Entwurf einer neuen Verfassung und Neuwahlen, sondern auch ein Ende der Einschüchterung von Bürgern und politischen Gegnern.

Als die Demonstranten trotz Blockaden der Sicherheitskräfte am Mittwoch versuchten, zum Regierungssitz zu marschieren, gab die Polizei dem Druck schließlich nach und machte den Weg frei. Die Organisatoren hatten die Teilnehmer zuvor eindringlich aufgefordert, friedlich zu bleiben. Unzählige Demonstranten zeigten wieder den Dreifingergruß der Rebellen aus der Science-Fiction-Filmreihe "Die Tribute von Panem", der zum Symbol des Widerstands geworden ist. Viele wollen mehrere Tage lang in der Nähe des "Government House" kampieren. Die Proteste dauern seit Monaten an.

(APA/dpa)

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