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Neue Ausstellung im Jüdischen Museum

Naima hört sich die Lebensgeschichten in der Ausstellung an.
Naima hört sich die Lebensgeschichten in der Ausstellung an. ©Margarethe Ruff
Großer Besucherandrang zur Ausstellungseröffnung: „Treten Sie ein/treten Sie aus“
Ausstellungseröffnung Treten Sie ein! Treten Sie aus!

Hohenems. Der österreichische Jude Leopold Weiss konvertierte Anfang des 20. Jahrhunderts zum Islam, wurde als Muhammad Asad Berater am Königshof Saudi-Arabiens, Koran-Übersetzer, Mitbegründer Pakistans und schließlich UN-Botschafter. Der Komponist Gustav Mahler empfand, dass er als Jude in Europa chancenlos sei, ließ sich in Hamburg taufen und wurde zum Direktor der Wiener Hofoper ernannt. Lebensbilder wie diese stehen im Zentrum der neuen Ausstellung „Warum Menschen Ihre Religion wechseln“ im Jüdischen Museum. Zum Recht der freien Religionsausübung gehört auch das Recht, die Religion wechseln zu dürfen.

Zur Zeit Maria Theresias wurde der Abfall vom christlichen Glauben mit Tod und Verlust des Vermögens bestraft. Heute kann in alle Richtungen konvertiert werden. Es gibt Religionen, welche dies nicht zulassen (Hinduismus) oder erschweren (Judentum), andere wie das Christentum nehmen Konvertiten freudig auf. Die Gründe für Konversionen sind vielfältig: Religiöse Sinn- oder Identitätssuche, Lösung eines persönlichen Konflikts, Karrierechancen, Heirat. Ausstellungskurator Hannes Sulzenbacher will die Vielfalt der individuellen Motive, den unterschiedlichen Umgang von Glaubensgemeinschaften mit Religionswechslern, ihre persönlichen Erfolge und Misserfolge aufzeigen. „Sieben Jahre haben wir an diesem Kooperationsprojekt mit Frankfurt und München gearbeitet“, erklärte Hanno Loewy und dankte allen Beteiligten, vor allem Hannes Sulzenbacher, Regina Laudage-Kleeberg und Architekt Martin Kohlbauer.

Bgm. Richard Amann betonte, für ihn sei ein Weg nahe am Menschen richtig für ein zeitgenössisches Museum und freut sich, dass die Ausstellung zuerst hier in Hohenems zu sehen ist. Tosenden Applaus erhielt der durch seine kritischen Bücher zur Religion bekannte Prof. Adolf Holl für seinen Vortrag über „Die Bekenntnisse des Hl. Augustinus“. Im Anschluss bot sich den zahlreichen, zum Teil weit hergereisten Besuchern, unter ihnen Abdul Christian Hoffmann, Herwig Hösele (Zukunftsfonds Rep. Österreich), Fritz Backhaus (Jüd. Museum Frankfurt),
Bernhard Purin und Ulrike Heikaus (Jüd. Museum München), Andreas Maislinger (österr. Auslandsdienst), Bgm. Kurt Fischer, Vizebgm. Günter Linder und LSI Christine Schneider Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen. Informationen zum umfangreichen Begleitprogramm bis in den März hinein (Uni-Vorlesungen, Filmprogramm, Vorträge und Podiumsdiskussionen) unter www.jm-hohenems.at.

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