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Neue Anti-Baby-Pille

Feldkirch/VN - Die neue Anti-Baby-Pille kann Missbildungen bei Ungeborenen reduzieren. Der Knackpunkt ist aber ein zähes Zulassungsverfahren.

Mangel an Folsäure zu Beginn einer Schwangerschaft kann bei Ungeborenen zu schweren Fehlbildungen führen. Besonders gefürchtet ist der „offene Rücken“, einer der häufigsten unter mehr als 4000 angeborenen Geburtsdefekten. Versuche, Lebensmitteln dieses B-Vitamin zuzusetzen, scheiterten bislang. Nun gibt es eine mit Folsäure angereicherte Anti-Baby-Pille. In Amerika wurde das neue Präparat im September zugelassen. In Europa bemühen sich 14 Länder, darunter auch Österreich, ebenfalls um eine Zulassung. Doch die Verfahren gestalten sich laut Primar Dr. Peter Schwärzler, dem heimischen Vertreter in der Expertengruppe, zäh. Was ihm unverständlich erscheint, weil die präventive Versorgung der Frau mit Folsäure im Falle einer Schwangerschaft „eine deutliche Risikominderung für den Embryo bringen würde“. Denn derzeit wird immer noch eines von tausend Babys mit einem Neuralrohrdefekt geboren.

Wenig Wissen um Bedeutung

Etwa 90 Prozent der Frauen verhüten mit der Pille. Nach Absetzen des Präparates werden 30 Prozent innerhalb von drei Monaten schwanger. „In diesem Zeitraum sollten Frauen mit Kinderwunsch für einen entsprechenden Folsäurespiegel sorgen“, betont Peter Schwärzler, Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Feldkirch. Das passiert allerdings nur selten. Laut einer Umfrage kennen zwar 80 Prozent der Österreicherinnen die Folsäure, aber nur 39 Prozent wissen um ihre Bedeutung und gar nur 15 Prozent nehmen sie präventiv ein. Doch je niedriger der Folsäuregehalt der roten Blutkörperchen, umso höher die Gefahr von Missbildungen, wenn es zu einer Schwangerschaft kommt. „Man darf auch nicht vergessen, dass über 50 Prozent der Schwangerschaften ungeplant sind und viele Frauen, die ein Kind möchten, dies nicht vorher mit ihrem Arzt besprechen“, so Schwärzler.

Schützender Folsäurespiegel

Diese Gruppen würden seiner Ansicht nach am meisten von der neuen Pillengeneration profitieren. Zumal die darin enthaltene Menge an schützender Folsäure bis zum Bekanntwerden einer Schwangerschaft ausreicht, um dem Embryo eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Danach wird den werdenden Müttern ohnehin die Einnahme von Folsäure nahegelegt. Das Neuralrohr verschließt sich allerdings bereits zwischen dem 24. bis 28. Tag nach der Empfängnis. Also zu einer Zeit, wo Frauen oft noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind. Schwärzler: „Umso wichtiger wäre eine vorbeugende Substitution mit Folsäure.“ Während einer Schwangerschaft liegt der Bedarf bei täglich 600 bis 800 Mikrogramm. Allein über die Ernährung gelingt es kaum, diese Menge aufzubringen.

Eine „echte Prävention“

Große Hoffnungen setzen die Gynäkologen daher in die vom Pharmakonzern Bayer entwickelte Pille mit Folsäure. Das „Plus-Konzept“, so die offizielle Bezeichnung, stellt auch aus Sicht von Peter Schwärzler eine der wenigen Möglichkeiten einer echten Prävention gegen Missbildungen von Ungeborenen dar. Die Bemühungen um eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Folsäure müssten jedoch weitergeführt werden, fordert er.

Die Pille

„Vitaminräuber“ Die in der Anti- Baby- Pille enthaltenen Östrogene hemmen die Aufnahme von Folsäure. Die Verwertung von natürlicher Folsäure aus der Ernährung ist verringert, und es kann ein Folsäure-Mangel entstehen. Folsäure selbst ist enthalten in grünem Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Salat), Weizenkeimen, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Hefe und Fleisch. Folsäure ist aber besonders hitze- und lichtempfindlich, sodass ein Großteil beim Kochen zerstört wird. Auch lange Lagerung und intensives Wässern vermindern den Folsäuregehalt. Die empfohlene Tagesdosis für Folsäure beträgt 400 Mikrogramm, bei Frauen mit Kinderwunsch 400 bis 600 und bei Schwangeren 600 bis 800 Mikrogramm.

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